Alles unfair, oder?

Enthält Spoiler zur zweiten Staffel von Couple Challenge und bei den externen Links handelt es sich nicht um Affiliate-Links*.

Ärger, Zwist und Streitigkeit – nein, die Rede ist nicht von den Ampel-Verhandlungen oder der CDU, sondern von der RTL+-Reality-Show (vormals TVNOW) Couple Challenge. Die zweite Staffel neigt sich dem Ende zu und nach x Folgen lief nun das Halbfinale, das uns noch einmal zu ein paar Gedanken bewogen hat.

Fehler gibt es immer wieder

Bereits im Oktober schrieben wir über so manch aufregende Challenge in Ferropolis, über Exit-Challenges, die über den Verbleib im Camp entscheiden und über Fehler, die die Couples besser nicht wiederholen sollten. Zum Beispiel nicht alle Vorräte aufzufuttern, gerecht zu verteilen und auch als Gruppe zu zusammen zu funktionieren.

Dem ist eigentlich nicht mehr so viel hinzuzufügen, denn natürlich haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer es wieder geschafft, die Fehler nicht zu vermeiden. Vorräte sind geplündert, Verdächtigungen über das Hamstern oder vielmehr Bunkern von Proteinshakes (die Christin nach eigenem Bekunden sowieso nicht schmecken, aber es geht ja ums Prinzip) wurden ausgetragen und das Misstrauen zwischen einigen der Couples ist hoch, die Stimmung schlecht.

Viel Herumgebitche

Das ist ganz besonders auf das Verhalten von ein bis zwei Personen zurückzuführen: Christin und zu einem gewissen Grad ihrer Couple-Partnerin Walentina. Wir hatten bereits früh angedeutet, dass es durchaus einen gewissen Unterhaltungswert hat, wenn die beiden ein wenig herumbitchen, gerne mal einen Spruch zu viel raushauen und damit die anderen Couples teils zur Weißglut treiben.

Streit um des Streites willen? // Foto: RTL/Frank Beer

Es ist aber mit der Zeit sehr viel geworden. Christin fühlt sich von allen und allem unfair behandelt, führt Selbstgespräche und redet sich in ihre eigene Welt zurecht. Nur um dann, wenn jemand anders sie bei ihren Monologen überhört, alle des Lauschens zu bezichtigen (was sie ja nieeeeee tun würde), alle gegen sich zu sehen und zwischenzeitlich sogar Walentina in Ansätzen zu vergraulen schien. Nein, Christin scheint tatsächlich ein Stück in ihrer eigenen Welt zu leben.

Sie und Walentina wussten doch genau, dass sie sich als weibliches Duo nach Ferropolis wagen und sich jetzt zu echauffieren, dass es „unfair“ sei, wenn zwei Frauen eine Challenge bewältigen müssten, die alle anderen gemischtgeschlechtlichen Paare auch hatten, sorry, das grenzt nur noch an Realitätsverweigerung. Ein wenig zu bemitleiden sind die anderen verbliebenen Campmitglieder – Gina und Cedric, Christina und Marko, Valdet und Valdrina (die übrigens ein zweites Mal gehen und uns fragen lassen, ob sie wohl in drittes Mal wiederkommen?!) sowie Marlisa und Fabio – also durchaus.

Ein bisschen Köpfchen schadet nicht

Nicht zu bemitleiden sind sie allerdings aus einer ganz anderen Perspektive: der strategischen. Marlisa und Fabio haben mit Abstand am meisten Geld verloren, sind und waren vermutlich das schwächste der Teams. Dennoch haben sie es mindestens bis ins Halbfinale geschafft. Geschützt hatte sie unter anderem ein „Nichtangriffspakt“ mit Gina und Cedric – Freunde nominieren sich nicht gegenseitig.

Christin und Walentina haben schnell erkannt, dass das ein Problem sein könnte und voilà beide Paare haben es trotz teils sehr schlechter Leistungen in den Challenges lange durchgehalten. Stattdessen gingen seitens mancher Paare die Nominierungen nach hinten los, so wie bei Isi und Julian oder auch den beiden später eingezogenen Österreicherinnen Michelle und Carmen, die eher versehentlich rausgeflogen sind. Hoppala…

Bitte nicht nur Beef!

Das darf nicht davon ablenken, dass die Egonummer von Walentina und vor allem Christin deutlich überhandgenommen hat. Ja, die beiden gehen das Spiel strategisch meist recht klug an, aber die ständigen Querschüsse nerven wie gesagt. Überdies sollten sich die beiden klar sein, dass bei viel Disruption auch hin und wieder ein Echo zurückkommt (Stichwort: alles ungerecht und so!), aber das mal nur am Rande.

Cedric Beidinger und Gina Beckmann steht oft im Konfliktfokus // Foto: RTL/Frank Beer

Ein wenig fragt man sich schon, warum RTL+ den Content fast nur aus Beef im Camp zusammenschneidet und die Challenges, Exit-Challenges oder auch mal ein paar „normalen“ Austausche nur am Rande stattfinden. Das finden wir leider ein wenig eintönig und hoffen, dass im Finale noch etwas mehr Action kommt – auch wenn wir uns auf die Action freuen, die sich aus der vermutlich bevorstehenden Enthüllung, wer das „verlorene“ Geld verspielt hat, ergeben dürfte.

Kommende Woche läuft nun das erwähnte Finale und die verbliebenen drei Pärchen kämpfen um die übrige Gewinnsumme. Wer das am Ende gewinnt, wird sich logischerweise erst zeigen, aber, so unterhaltsam manches Couple auch sein mag, gönnen tut man es halt auch nicht jedem. Von daher: Wir gucken uns das mit Freude und ein wenig Fremdscham an und werden uns im Anschluss daran noch einmal zum Finale und dem Ausgang der zweiten Staffel äußern.

HMS

PS: Schaut ihr die aktuelle Bauer sucht Frau-Staffel? Nein? Macht mal, sehr unterhaltsam und in Teilen eine wunderbare soziologische Studie.

Couple Challenge ist auf RTL+ verfügbar; die finale Folge der zweiten Staffel steht ab Donnerstag, 18. November 2021, bereit. Eine dritte Staffel ist bereits bestätigt.

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