„Das zu hören, schockiert mich.“: Nico Hofmann zum Castingverhalten in Bezug auf Queers

Produzent Nico Hofmann sagt, ihm sei die Sexualität von Schauspieler*innen vollkommen egal und fordert in einem Debattenbeitrag mehr vielfältige Rollenbilder in Kino und Fernsehen.

Der offen schwule Produzent und seit 2017 alleinige Geschäftsführer der UFA-GmbH Nico Hofmann (61) äußert sich laut einer Vorabmeldung in einem Gespräch mit dem Magazin Bunte zur sexuellen Orientierung von Schauspieler*innen und betont demnach, dass er da seit Jahren eine klare Haltung habe und ihm die sexuelle Orientierung egal sei. Den Gedanken, dass ein schwuler Mann keine Liebesszene mit einer Frau spielen könne, lehne er ab.

Zu hören, dass es in Deutschland noch immer Caster*innen, Redakteur*innen, Produzent*innen und Regisseur*innen gebe, die schwulen oder lesbischen Schauspieler*innen keine Hetero-Rollen zutrauten, schockiere ihn. Ende vergangener Woche hatten sich im SZ-Magazin als Kick-Off der #actout-Kampagne 185 Schauspieler*innen als lesbisch, schwul, bi, trans*, queer, inter und nicht-binär geoutet und so für mehr Sichtbarkeit eintreten und eine Debatte anstoßen wollen.

Beitrag zur Demokratieverstärkung

Hofmann kommentierte der Vorabmeldung nach die Kampagne mit den Worten, dass diese sich in eine substanziell wichtige Debattenkultur einreihe „die wir seit Jahren verstärkt und existenziell führen.“ In dem von Elisabeth Niejahr und Grzegorz Nocko herausgegebenen und heute erscheinenden Buch Demokratieverstärker (unsere Besprechung lest ihr bald) ist ebenfalls ein Debattenbeitrag von Nico Hofmann und dem UFA-Chefdramaturgen Thomas Laue enthalten, in welchem sie sich ebenfalls für mehr Diversität im Programm aussprechen, denn: „Bilder und Geschichten haben einen großen Einfuss auf die Selbstwahrnehmung unserer Gesellschaft.“

Die Debatte um die Besetzung queerer Schauspieler*innen wird auch in anderen Punkten geführt. So äußerte kürzlich der Macher von Serien wie dem Queer as Folk-Original, Years and Years und zuletzt It’s a Sin, Russell T Davies, dass er nur noch schwule Schauspieler für schwule Rollen besetzen wolle. Die Äußerung erntete viel Kritik, aber auch Lob. Lob vor allem von reflektierter Seite, die diese als Debattenanstoß und nicht als absolute Forderung betrachteten.

Eure queer-reviewer ❤️🧡💛💚💙💜

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