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Deutsche Bahn startet PRIDE RIDE Kampagne

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Zuletzt aktualisiert am 09/07/2020

Mitte der Woche hat die Deutsche Bahn ihre PRIDE RIDE Kampagne zur Unterstützung und als Bekenntnis gegenüber LSBTIQ*-lern gestartet. Teil der Kampagne sind neben einem launigen Werbespot die Pride Ride Lok eines IC, die unter dem Motto „Take a Pride Ride on the Railbow“ in Regenbogenfarben beklebt ist und durch ganz Deutschland fahren soll, Regenbogenflaggen an 63 Bahnhöfen und DB-Gebäuden und eine konzernweite Woche der Vielfalt im Herbst.

Die Deutsche Bahn möchte damit in der eigentlichen CSD-Hochzeit ein klares Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz setzen. DB-Chef Richard Lutz dazu: „Die DB setzt sich für eine bunte und offene Gesellschaft ein. Diese Vielfalt leben wir innerhalb der Deutschen Bahn und setzen mit zahlreichen Maßnahmen immer wieder ein Zeichen für ein tolerantes Miteinander.“

Nicht das erste Zeichen von Engagement für 🌈-Vielfalt

Bereits 2016 setzte die DB ein deutliches Zeichen mit einem Werbespot der viral ging und das Thema Homosexualität im Sport, konkret im Fußball, aufgriff. In dem Spot wird ein junger Mann gezeigt, der bei einem Fußballspiel im Stadion seiner Lieblingsmannschaft zujubelt (früher, da konnte man ins Stadion gehen) und dann mit der Bahn heimfährt. Am Bahnhof begegnet er dem Spieler, der vor dem ICE wartet. In diesem Moment wird aufgelöst, dass die beiden ein Paar sind. Ein Gänsehaut-Clip, der auch innerhalb der Community ein gutes Feedback einfuhr.

Der neue Clip schlägt nun einen ganz anderen Ton an. Er ist weit mehr auf Miteinander und Humor getrimmt, wird auch von einigen in der Community als ein wenig zu klischeehaft und etwas drüber bezeichnet. Das ist wohl Ansichtssache. Man kann ihn auch als augenzwinkernd und vielseitig betrachten.

Mit dem Clip möchte die Deutsche Bahn dann auch ausdrücklich ihre Unterstützung für die Community ausdrücken, gerade da so viele Pride-Paraden ausfallen, verschoben oder verkleinert werden müssen. Daher auch die bundesweite Beflaggung von Bahnhöfen und DB-Bürogebäuden (hier sei aber auch gesagt, dass das Unternehmen schon früher regelmäßig Regenbogenflaggen vor seinen Gebäuden gehisst hat). „Mit Maßnahmen wie diesen und vielen weiteren Aktionen betont die DB fortlaufend die Vielfalt an sexuellen Orientierungen und Identitäten im Konzern. Diese Offenheit für unterschiedliche Lebensentwürfe ist eine entscheidende Stärke der Deutschen Bahn“, sagt Personalvorstand Martin Seiler.

railbow und ein stänkernder AfD-ler

Die Pride Ride Lok ist gemeinsam mit dem konzernweiten LGBTIQ*-Netzwerk railbow entwickelt worden. Richard Lutz, der 2019 die Schirmherrschaft von railbow übernommen hat, äußert sich in diesem Zusammenhang mit den Worten: „Es ist uns wichtig, klar Haltung zu beziehen und uns für Offenheit und Akzeptanz einzusetzen.“ Railbow feiert im Übrigen 2021 sein zehnjähriges Bestehen.

Ebenso hat die DB auch auf Twitter vermehrt Zeichen ihres Engagements für Vielfalt gesetzt. Am 27. Juni twitterte der offizielle DB-Bahn-Account eine Regenbogenflagge aus Welt- und Herz-Emojis, daraufhin kommentierte der AfD-Politiker Gunnar Lindemann (Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus; Wahlkreis Berlin-Marzahn-Hellersdorf 1): „Das erklärt natürlich ihre regelmäßigenVerspätungen.“ (sic!) Ein Mitarbeiter der DB reagierte darauf mit Hand-vorm-Kopf-Emojis, woraufhin Lindemann sich zu der Aussage hinreißen ließ „Und das erklärt Ihre linksextremistische Gesinnung!“ Antwort der Deutschen Bahn: „Das zeigt einfach nur, dass wir alle Menschen akzeptieren und respektieren. Sollten Sie vielleicht auch mal ausprobieren.“ Der Tweet hat Stand 4.7.2020, 13:00 Uhr 3291 Likes und ist über 330 mal geteilt worden.

Screenshot Twitter DB_Bahn & AfDLindemann

Engagement nach außen wie nach innen

Auch die Karriereseite des Unternehmen strahlt in Regenbogenfarben und steht unter dem Motto „Gelebte Vielfalt“. So wird es auch in diesem Jahr genau wie bereits 2019 wieder eine Aktionswoche Vielfalt geben, denn „Vielfalt ist Teil unserer Identität“, wie der Vorstandsvorsitzende Lutz betont.

Es ist ganz klar, dass die LGBTIQ*-Community immer genauer auf das vermeintliche Engagement von Unternehmen schaut, das natürlich insbesondere in der Pride-Saison präsent ist und gern so aufgezogen wird, als sei man doch 24/7-365-Tage Regenbogen-Partner. Skepsis ist da gut, denn oft genug ist das ziemlicher Bullshit, schlicht Pinkwashing. Der DB-Konzern jedoch ist seit Jahren engagiert bei der Sache und wirkt damit genauso sehr nach außen, wie er es konzernintern umzusetzen und zu etablieren versucht. Dass der Weg nicht immer ganz eben ist, ist dann auch klar und darf von der Community auch mal akzeptiert werden.

Peace ✌️🌈

Hier seht ihr den Clip:

AS / PM

Beitragsbild: © Deutsche Bahn

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