Intensiver Sog

Beitragsbild: Screenshot “Sog”

Zwei junge Männer beim Zelten im Wald. Natur. Verhangen. Düster. Verlangen. Nasskalt. Stille. Der nun auf YouTube verfügbare Kurzfilm Sog von Regisseur Jannik Gensler zeigt in nur acht Minuten mehr an kleinen aber entscheidenden, wenn auch verunsicherten, Gefühlsregungen als viele Langfilme das in der zehnfachen Laufzeit fertig bringen.

Linus (Daniel Dietrich) und Jonas (Vincent Lang) sind gemeinsam unterwegs und wir spüren Anspannung und Anziehung zwischen den beiden, nicht wissend ob es zwei offen schwule junge Männer sind oder ob wir es mit unterdrückter sexueller Identität zu tun haben. Begierde ist da, aber auch aus Unsicherheit geborene Distanz. Ist es möglich aufeinander zuzugehen oder wird sich die Anspannung in Gewalt entladen? 

Gensler sagt über seinen Kurzfilm: „Das für mich sehr Besondere an diesem Film war die Arbeit in dem kleinen Team. Dieses bestand lediglich aus den zwei Schauspielern, dem Kameramann und mir.“ Die Kamera ist in der Tat wunderbar und trägt wesentlich zur funktionierenden Stimmung von Sog bei. Der Regisseur ergänzt, es sei ihm wichtig gewesen, „dass wir uns gemeinsam auf die Wanderung durch die Natur begeben – wie die zwei jungen Männer im Film – und chronologisch drehen. So konnten wir dem natürlichen Fluss der Geschichte folgen.“

Seine Premiere feierte Sog auf den 53. Internationalen Hofer Filmtagen 2019. Regisseur Gensler hat bereits mehrere Kurzfilme, immer wieder mit queeren Themen, gedreht. Sein Film Mir selbst so fremd wurde 2018 mit dem ersten Platz beim 30. Hessischen JugendMedienFestival ausgezeichnet.

Sog sei in hiermit in aller Deutlichkeit empfohlen.

Eure queer-reviewer 

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