Marcella Rockefeller: Bodenständige Königin

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Es gibt so diese Künstler*innen, bei denen hast du den Eindruck, dass sie doch eigentlich ganz nette Leutchen und feine Charaktere sein dürften. Nicht nur, weil sie im Fernsehstudio lächeln und so, sondern weil du einfach so ein Gefühl hast – das ist ne Type. Leider, leider liegt man damit auch gern mal daneben, wie sich tragischerweise nicht immer nur aus solide-einschlägigen Klatschblättern, sondern gern auch mal am eigenen Leib erfahren lässt. Wir hier bei the little queer review sind sehr froh sagen zu können, dass unser Eindruck, dass Marcella Rockefeller aka Marcel Kaupp eine feine Person ist, uns nicht getäuscht hat.

In einem langen Video-Call-Gespräch Mitte Juni hatten wir nicht nur Gelegenheit über alles Mögliche zu sprechen, sondern uns auch einen sehr echten Eindruck von Marcella und Marcel zu verschaffen. Kennengelernt haben wir eine so schlagfertige wie bedachte, eine so heitere wie engagierte, eine so lockere wie professionelle Person.

Hey there! // Foto: © Mirko Plengemeyer/Laila Licious

Geredet haben wir dabei natürlich über die Ursprünge der Marcella Rockefeller, die Zusammenarbeit mit Peter Plate und Ulf Leo Sommer, über Diskriminierung inner- und außerhalb der queeren Community, über die Probleme von Künstler*innen in Corona-Zeiten, über die Verfasstheit einer von Social Media etwas verrutschten Diskussionsgesellschaft, über die musikalische Zukunft von Marcella und Herausforderungen von Auftritten ohne Publikum oder welchen mit Publikum bei knapp 50 Grad, und, und, und… Und weil das alles so viel und so viel toll ist, haben wir uns entschieden, unsere Unterhaltung in zwei Teile zu zerlegen. Heute gibt es den ersten Teil, am übernächsten Donnerstag, 12. August, schließlich das Finale (denn zwischen den Gesprächen haben wir noch was anderes für euch).

Das Gespräch, das wie gesagt Mitte Juni stattfand, haben wir in Teilen nun in die Vergangenheitsform gesetzt, etwa wenn Auftritte inzwischen stattfanden. Nun also – viel Spaß.

„Ich möchte nicht zu Kreuze kriechen, nur weil ich bin, wer ich bin“

the little queer review [tlqr]: Wieso singst Du als Marcella Rockefeller und nicht als Marcel? Hat Dich die Drag-Kunst fasziniert oder wolltest Du als eine andere Person singen – oder einfacher: Henne oder Ei?

Marcella Rockefeller [MR]: lacht Ja, das ist ne sehr gute Frage. Das kam aus nem Spaß heraus. Ich hatte früher nicht die Intention, Drag zu machen. Das hat sich dann in Köln so ergeben, durch Karneval und eine offene Bühne, da gab es immer ein anderes Motto. Und irgendwann war das Motto: Jeder muss als Frau auftreten. Dann stand ich da als Lady Gaga mit „Poker Face“ auf der Bühne und das hat echt Spaß gemacht. Und die Leute waren begeistert, haben gesagt: ‚Ja Du singst ja live, das gibt’s nicht so oft. Mach das doch mal weiter.’ 

Und dann kamen die ersten Bookings in einem Club und mir fiel auf, dass die Leute ganz anders drauf reagieren. Mir fiel das auch sehr stark auf den Prides auf. Und ich find das immer so ein bisschen unfair gegenüber dem Talent, wenn da ein Cis*-Mann auf der Bühne steht, wird oft weiter getrunken und sich unterhalten, aber sobald da eine Drag Queen steht, ist da eine ganz andere Faszination und Aufmerksamkeit da…

Marcella als Sprachrohr und erweiterte Persönlichkeit von Marcel – passt // Foto: © Mirko Plengemeyer/Laila Licious

Aber ja, Marcella hat sich für mich tatsächlich zu einer Art Sprachrohr entwickelt, nicht nur um mich zu präsentieren. Damit erreiche ich viel mehr Menschen. Ich trage seit jeher auch die Message an das Publikum: „Leute, wir fordern Akzeptanz und Toleranz.” Wobei ich gar kein Fan von dem Wort „Toleranz“ bin. 

Aber wir müssten auch erstmal selbst bei uns in der Community anfangen. Was da untereinander an Shaming stattfindet, das ist ja fast noch krasser, als wenn jemand sagt ‚Nee ich mag keine zwei küssenden Männer.‘ Das war mir also auch wichtig: Wir müssen erstmal bei uns anfangen, bevor wir das überhaupt von irgendwem einfordern können. Und ja, so ist Marcella mittlerweile meine jüngere große Schwester… und… ähm, auch so ein bisschen die beste Version von mir. Denn ich wäre privat auch gern mehr wie Marcella. Klingt total bescheuert – aber es ist etwas, das mich auch immer wieder hochzieht. Marcella ist in vielen, vielen Sachen mutiger, als ich es ungeschminkt bin. Ja… so bescheuert das klingt (lacht wieder).

tlqr: Dann ist es ja gut, wenn man so eine zweite Persona hat, durch die die weiteren Persönlichkeitsebenen ausgelebt werden können, beziehungsweise diese jemanden ausleben lassen lässt. Verschiedene Ausdrucksformen für das Sein zu finden, finden wir gut. Es entspricht ja auch nur dem Menschen als solchem. Schließlich spiegeln wir auch Situationen und Menschen unterschiedlich und vice versa und sind nicht jeder Person gegenüber immer gleich. Und es ist fantastisch, dass es da Marcel und Marcella gibt und Marcella keine Rolle, sondern eben eine erweiterte Persönlichkeit ist (Marcella sagt hier, dass es das sehr gut träfe).

Marcella erklärt uns auch auch, warum das Wort Toleranz für sie nicht passt. Es drückt für sie – und sicherlich auch für Marcel – aus: „Ich dulde das. Ich bin zwar wesentlich besser, aber ich dulde das.“ Dem schließen wir uns an – dieses von oben herab, diese „Schätzt euch mal glücklich, dass wir euch die Existenz erlauben“-Haltung ist sicherlich vielen queeren Menschen bekannt und wird als entsetzlich empfunden. Wohl auch darum sagt Marcella: 

MR: Ich gehe super gern ins Gefecht mit dem Wort „Akzeptanz“. Wenn sich zwei Menschen lieben, dann habe ich das zu akzeptieren. Ich möchte, dass das akzeptiert und nicht nur geduldet wird. Ich möchte nicht zu Kreuze kriechen, nur weil ich bin, wer ich bin; nur weil ich liebe, wen ich liebe.

„Die besten Lieder sind auf deutsch“

tlqr: Singst Du auch deswegen auf deutsch? So dass die Messages besser, greifbarer rüberkommen?

MR: Das ist ne sehr gute Frage [jippie!]. Ich singe natürlich auch privat gern mal englisch. Früher konnte ich mir nicht vorstellen, jemals deutsch zu singen, bis ich dann von Rosenstolz „Der Moment“ und „Perlentaucher“ an einem Abend auf der offenen Bühne gesungen habe und dann so viele Menschen zu mir kamen und sagten „Du musst deutsch singen. Du berührst da ganz anders.“ und ich so „Na, nee, ich weiß nicht…“ Das hatte für mich damals auch noch so ein Schlager-vor-Helene-Gefühl, sag ich mal. Das war für mich als jungen Menschen vielleicht auch ein bisschen uncool. Was total bescheuert ist. Weil grundsätzlich – die besten Lieder sind deutsch, also für mich jedenfalls. Die, die mich abholen und mir wirklich ins Herz gehen.

Song-A-Long?! // Foto: © Mirko Plengemeyer/Laila Licious

Ich hab mal „Cordula Grün“ aufgenommen und auf YouTube hochgeladen. Ich fand es schade, dass das einfach nur so ein Ballermann-Hit war, weil der Song eigentlich so viel cooler ist als nur stumpfes „Döp döp döp dede döp döp döp“. Dann hab ich auch bei einem Live-Auftritt viel Lob für „Wovon sollen wir träumen“ [einer der besten Songs ever, Anm. d. Red.] mitgenommen. Wirklich ein Song, der so viel aussagt – meiner Meinung nach ist das sowieso eine LGBTIQA*-Hymne. Danke an Frida Gold! So kam es dann nach und nach, dass ich immer mehr Lust am Auf-Deutsch-Singen bekommen habe und mittlerweile klingt es für mich fast komisch, wenn ich auf Englisch singe.

tlqr: Am 26. Juni 2021 trat Marcella bei dem Come Together Cup in Köln auf und hat dort auch mal wieder auf Englisch gesungen, wie sie uns erzählt. In diesem Jahr wird im Rahmen des Events ein Community-Herz an Aaron Knappsten übergeben, der sich stark gegen Antisemitismus einsetzt (jippie!) und Aaron habe sich gewünscht, dass Marcella „Halleluja“ singt. Und das hat sie natürlich gern gemacht, aber auch ihre Songs gebracht und sich auf die Mischung gefreut. Das ist auch insofern reizvoll, als dass sie bisher pandemiebedingt nicht ausprobieren konnte, wie ihre Songs gemischt mit anderen Songs vor Live-Publikum funktionieren. Eben auch, weil nicht so viele Club-Songs auf dem Album seien. Zwölf Jahre lang habe sie eher Club-Musik gemacht und …

Marcella/Marcel in einem Video über die Pride-Saison, die UEFA und Coming-out. Sehenswert.

MR: …auch darum war’s mir so wichtig mit dem Album mal meinen ganzen ‚Seelen-Müll‘ abzuladen. Ich konnte mich so in der Art nie mitteilen. Und das Blatt wendete ich dann, als ich ein kleines, kurzes „Vincent“-Cover bei Instagram hochgeladen hab. Dann fing Peter an mir zu folgen und ja… alles total crazy bis heute. Ich glaube, ich habe das alles immer noch nicht realisiert [lacht].

tlqr: Ja, crazy. Und fein. „Vincent” ist ja auch ein toller Song (sagen wir, die wir Sarah Connors Stimme, aber die Musik eher weniger schätzen). Und dass Peter Plate so auf Marcella aufmerksam wurde, ist fein. Wie kam es denn eigentlich zu der Zusammenstellung der Songs für Anders als geplant, derer vieler Rosenstolz-Originale, einige andere Peter Plate und Ulf Leo Sommer-Songs und manche gänzlich neue Tracks sind. 

„Das Album spiegelt auch mein Coming-out wider“

MR: Zu 95 % alles meine Vorschläge. Ich hab mir nächtelang Rosenstolz-Songs gegeben und sie in teils ganz schäbige Karaoke-Varianten verwandelt, einfach nur, um Tonhöhe und die Richtung, in die es gehen könnte auszutarieren und zu finden, was passt, was ich fühle. „Herz eines Kämpfers” aber zum Beispiel war ein Vorschlag von Peter und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den vorher nicht kannte. Und es gibt so eine megageile Live-Version, die Peter am Klavier begleitet und sich zu einer tollen Rocknummer entwickelt. Also ich kann es kaum erwarten, den Song auch live zu spielen, mit Band und Co. 

Marcella Rockefeller mit Petra Pleite für Schüchtern ist mein Glück // © Marcella Rockefeller

tlqr: Marcella fügt an, dass es im Internet natürlich auch Autorenlisten der jeweiligen Songschreiber gibt, was wohl auch für euch alle interessant ist. Könnt ihr auch mal sehen, was der Plate und der Sommer schon so gemacht haben. Is’ üppig. Marcella jedenfalls hat sich auch daraufhin Spotify-Listen erstellt, was zu hören gut und wichtig ist (hier kommt so ein Lagerfeld-Vibe, oder?) und es hätten so viele Songs mehr auf dem Album sein können. Nun sind es die ersten Favoriten. „Im Großen und Ganzen mein Wunschalbum von den Tracks her“, sagt Marcella. Wir merken an, dass sechzehn (bzw. fünfzehn, da ein Song in zwei Versionen drauf ist), durchaus ne solide Zahl für ein Debüt ist. Meist sind es elf oder zwölf, sechzehn ist schon sehr deluxe.

MR: Absolut. Anfangs hatten wir auch mal über elf oder zwölf gesprochen. Ist dann ein bisschen mehr geworden. 

Und das Schöne bei den ursprünglichen Rosenstolz-Songs, der Peter und Anna R. ihre ganz eigene Persönlichkeit gegeben haben, ist, dass ich die nun so erzählen kann, wie ich sie damals gehört habe und wie sie mir geholfen haben. Das ist sicherlich auch für manche Rosenstolz-Fans nicht ganz einfach, aber sehr, sehr viele sagen, dass sie das auch berührt und sie manche Songs nochmal mit ganz anderen Augen sehen und neu entdecken. Wichtig ist es auch, denen zu zeigen, dass es hier nicht um das Recycling von Songs geht. Gar nicht. Das Album spiegelt auch zum größten Teil mein Coming-out wider. Also ja, das bin ich, auch wenn’s einige Lieder schon gab.

tlqr: An dieser Stelle reden wir darüber, dass zwei Banger das Album abschließen, aber auch „Blauer Sonntag“ (übrigens neben „Der größte Trick“ der andere Song, der ursprünglich die Zusammenarbeit von Peter Plate und Marcella erfüllen sollte) als vorvorletzter Track nen semi-melancholischen Schluss hätte setzen können. Marcella bedauert, dass die Nummer wohl ein wenig unterschätzt, ja auch zu wenig wertgeschätzt wird. „Das ist so ein tolles Lied“, sagt sie und wird es auch auf der Tour spielen. Den blauen Sonntag kenne auch jeder und der wird immer wieder ins Hirn gepflanzt werden. Wir meinen einfach mal, dass Marcella sowohl den Song, als auch die Situation meint. 

Bisher sind übrigens vier Tour-Termine geplant, die ihr hier findet. Möglicherweise (!) werden es mehr, aber Marcella will auch ihre Fans nicht enttäuschen und Auftritte ankündigen, die dann aufgrund einer sich gegebenenfalls nochmals verschlimmernden Corona-Lage nicht gehalten werden können – gerade im Hinblick auf die Delta-Variante nur vernünftig. Dennoch drängt es sie auf die Bühne – es wird Zeit, die Songs vorzustellen. Darum diese vier Termine. Marcella hofft sehr, dass die Kultur nun auch wirklich mal wieder stattfinden kann. Hier spüren wir, dass sie ganz und gar mit den anderen Künstler*innen verbunden ist – dieser Shit nimmt uns allen was. 

„Ich trete auf – und wenn es 50 Grad werden!“

MR: Corona hat mich natürlich musikalisch und künstlerisch getroffen, aber auch vom Kopf her. Das ist natürlich eine Sache. Ich arbeite knapp anderthalb Jahre an dem Album, dann zerreißt es dich fast vor Aufregung, bis es released wird und dann kommt es raus und erstmal schwebst du dann auf Wolke 128 und alles ist ‚WOW!‘ Dann hatte ich einen Auftritt im ARD-Morgenmagazin, im Kölner Treff [den wir sehr empfehlen!, Anm. d. Red.] Und hier und da und dann liest man Reviews wie deine [Awww, danke 💙, Anm. d. Red.] und ist so stolz drauf. Und dann denkt man sich: Das kann doch alles nicht wahr sein. Für mich ist Social Media in dem Sinne keine Bühne. Ich möchte vor Menschen auftreten. Natürlich ist es toll vor der Kamera bei Livestreams dabei zu sein, dennoch ist das irgendwie total strange.  

tlqr: Marcella erinnert sich an einen ihrer zum Zeitpunkt des Gesprächs letzten Auftritte, den sie gemeinsam mit Faso und Ross Antony hatte. In einem Studio des MDR mit Redakteur*innen, Kameraleuten und Co. performten sie in einer ansonsten leeren, großen Halle den Mitmach-Knaller-Song „Heller“ und sie dachte sich nur: „Das fühlt sich einfach weird an, aber mit Faso und Ross hat es natürlich mega Spaß gemacht.“

MR: Aber: Der ZDF-Fernsehgarten kommt ja! Da freu ich mich riesig! Es soll zwar wahnsinnig heiß werden, was in Drag super hart ist. Aber das ist mir egal – und wenn es fünfzig Grad werden! 

tlqr: Und es waren zwar keine 50 Grad, eher so um die 36, das machte aber wirklich nichts. Marcella hat ihre geilen Auftritte gerockt und am Ende gab’s einen geilen Platscher samt Ross und Reiter Kiwi. Schaut’s euch in der Mediathek an (die ganze Ausgabe war eigentlich witzig und lehrreich, wenn’s auch um körpereigene Gerüche geht und so).

Ross Antony, Faso, Marcella Rockefeller (mit der Progressive Pride Flag) performen Heller beim ZDF-Fernsehgarten // © ZDF/Ralph Orlowski

Wir reden kurz über die Tour-Locations und mit welch simplen Mitteln sich bei gutem Ton eine tolle Show machen lässt. Dennoch – irgendwann mal Stadion, LED-Wände und Pomp (O-Ton Marcella: „Träumen darf man“). Die Mischung aus kleinen, mittelgroßen und den ganz großen Bühnen macht es sicherlich. Diese, so vermuten wir im Gespräch, hält Künstler*innen sicherlich auch am Boden. Marcella sagt auch, dass sie das schon anfixt, wenn sie beispielsweise auf dem Cologne Pride „Bohemian Rhapsody“ singt und Zehntausend dabei sind, aber dass das Intimere „wo du vielleicht auch jede*n mal angucken kannst, das ist natürlich sehr besonders.“

Marcella verleiht ihrem Verständnis für die Planungsunsicherheit von Veranstalter*innen Ausdruck und betont erneut, wie wichtig es ist, Kunst leben zu lassen. Und sie sagt, wie schön es ist, zu sehen, dass Corona in den Griff bekommen wird, aber gleichsam hören wir Unsicherheit: „Auf einmal wieder alles normal“ sei eben auch ein Trugschluss. Aber natürlich will sie auch endlich mal in den Genuss kommen, ihre Lieder zu singen. Immerhin gibt es eben mittlerweile die vier fixierten Tour-Termine. Und sie hoffe wirklich, dass die Kultur jetzt mal wieder weiterhin durchgehend stattfinden könne… so für die nächsten hundert Jahre mindestens. Dem ist an dieser Stelle nichts hinzuzufügen.

„Ich weiß nicht, was Corona mit mir gemacht hätte“

MR: Dann komme ich auch endlich mal in den Genuss meine Lieder zu singen! Mein Gott! Ich habe einmal im Gloria in Köln bei der Ho Ho Ho – Die völlig abgefuckte Christmas-Show „Der größte Trick“ singen können, das war noch vor dem Erscheinen des Songs. Und dann kam auch schon Corona. Hier möchte ich übrigens nochmal sagen: Hätte ich nicht das Album und all das Drumherum gehabt, ich weiß nicht, was Corona mit mir gemacht hätte. Es ist, wie erwähnt, nicht zu unterschätzen, was das psychisch mit jemandem macht. Gerade wenn du nichts hast, woran du dich festhalten, woran du arbeiten kannst. Und so viele Kolleg*innen sind mittlerweile ganz von ihrer Kunst weg, weil das einfach nicht mehr ging. Das ist tragisch [Marcella atmet tief durch und sammelt sich kurz].

Umso glücklicher bin ich, dass ich diese Möglichkeit mit dem Album hatte und freu mich auf alles, was nun kommt. Und die Früchte sind überreif die da geerntet werden müssen [lacht]. Dann bekommt das Album auch endlich seine verdiente Aufmerksamkeit, auch von mir. 

Marcella Rockefeller im kühlen Nass nach einem heißen Auftritt im ZDF-Fernsehgarten vom 20. Juni 2021 // © ZDF/Ralph Orlowski

Diese Aufmerksamkeit erfährt das Album nun in der Tat – auch durch die Veröffentlichung des neuen Musikvideos zu „Die Liebe kennt mich nicht“ am morgigen Freitag, das wir euch natürlich auch noch vorstellen werden. Hier endet aber nun der erste Teil unseres Gesprächs mit Marcella Rockefeller. Freut euch auf den zweiten Teil, in dem wir über Social-Media, Georgina Fleur, Homohass in Tschetschenien, die Zusammenarbeit mit Peter Plate und Ulf Leo Sommer und mehr reden. 

Eure queer-reviewer

PS: Natürlich findet ihr nicht wenige Songs von Marcella auch in unserer Spotify-QUEER-SOUNDS-Liste.

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