Maren Kroymann: Alice Weidel und die Schwulenklatscher

Beitragsbild: Kabarettistin Maren Kroymann in der Sendung. // Bild: © WDR/Max Kohr,

In der Sendung maischberger. die woche ging es an diesem Mittwochabend neben dem fortwährenden Thema Corona mit Dauer-Talk-Showgast Karl Lauterbach auch um die AfD und deren teils sehr krawalligen Parteitag am vergangenen Wochenende. Speziell zur Doppelmoral einiger Teile der AfD und insbesondere ihrer Spitzenfrau Alice Weidel hatte die Kabarettistin Maren Kroymann, die mit Jan Fleischhauer und Oliver Köhr als Kommentatorin zu Gast war, einiges zu sagen.

So ging es um den auf dem Parteitag deutlich hervorgebrochenen Flügelstreit, der auf die Rede des Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen folgte. Er kritisierte darin am Samstag die „rechten Provokateure“ und warnte eindringlich vor einer Annäherung an Teile der „Querdenker-Bewegung“. Manche in der AfD kritisierten Meuthen scharf und griffen ihn an. Die Brandenburger AfD-Politikerin Birgit Bessin nannte Meuthens Rede am Sonntag spalterisch.

Ab 21 Uhr trauen sie sich nicht mehr auf die Straße

Maren Kroymann sagte, die AfD zehre davon, ein teilweise bürgerliches Image zu pflegen, welches auch Alexander Gauland „mit seiner Cordhosen-Haftigkeit und die [Alice, Anm. d. Red.] Weidel mit ihren Perlenohrringen“ bislang verkörpert hätten. Beide jedoch, und dies sei interessant, hätten sich nun nicht auf Meuthens Seite gestellt. 

Durch den Anschein der Bürgerlichkeit seien Leute geködert worden und nur durch diese wurde auch der „extrem rechte Flügel“ salonfähig. Das fördere auch „die Glatzen, die in Brandenburg ab 21 Uhr die Schwulen klatschen.“ Kroymann, die sich auch beim Schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo engagiert, sagte, es sei wirklich so, dass es Gegenden in Brandenburg gebe, in welchen Homosexuelle um 21:00 Uhr nicht mehr das Haus verließen und vor allem dort sei die AfD stark. Da bestehe ein Zusammenhang und es seien Leute, „die sind rassistisch, homophob und frauenfeindlich“.

Eine Doppelmoral, über die mehr gesprochen werden muss

Kroymann finde es interessant, dass Alice Weidel, die eine homosexuell lebende Frau sei, mit ihrer Partnerin Kinder großziehe und ein Recht nutze „was Leute erkämpft haben, die vor allem aus der LGBT*-Community sind und diese Leute werden von ihrer eigenen Klientel sozusagen zusammengeschlagen. Und dazu verhält sie sich nicht. Das finde ich eine Doppelmoral, über die ich gerne mehr sprechen würde.“

Maren Kroymann benennt da auf den Punkt genau ein Thema, das tatsächlich in der öffentlichen Auseinandersetzung mit der Partei häufig unter den Tisch fällt. Zuvor ging es übrigens um die Frauenquote für Vorstände und sie nannte das aktuelle Cover der Illustrierten Stern ihren Höhepunkt der Woche, sie würde sich sehr über diese Quote freuen.

Alice Weidel lebt mit ihrer Lebenspartnerin übrigens weder in Brandenburg, noch sonst wo in Deutschland, sondern dem Vernehmen nach in der Zentralschweiz. 

Red.

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