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Niemals vergessen! Nie wieder!

thelittlequeerreview

Zuletzt aktualisiert am 10. November 2020

Am 27. Januar 2020 wurde der 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau begangen. Im Rahmen seiner Ansprache geißelte der PrĂ€sident des JĂŒdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, in Anwesenheit unter anderem des polnischen PrĂ€sidenten Andrzej Duda, des deutschen BundesprĂ€sidenten Frank-Walter Steinmeier, des autokratischen ungarischen PrĂ€sidenten Viktor OrbĂĄn und natĂŒrlich des israelischen StaatsprĂ€sidenten Reuven Rivlin, den weltweiten Antisemitismus mit den Worten: „Zu viele Menschen in zu vielen LĂ€ndern haben Auschwitz möglich gemacht.“ So sei es nicht nur die Reichspogromnacht, vom 9. auf den 10. November 1938, die den Weg in dieses [und andere, Anm. d. Red.] Konzentrationslager bereitet habe.

Schwerpunkt auf einem schweren Thema

Und doch ist die Geschichte der Juden und des Judentums, Deutschlands und seiner Bevölkerung, Europas und weiter Teile der Welt, wie auch das Grauen der Zeit des Nationalsozialismus nicht ohne jene schicksalshafte Nacht vor nunmehr 82 Jahren zu lesen. Und nun, lesen, das können wir hier ziemlich gut. Was in Corona-Zeiten von Vorteil ist, schließlich finden Gedenkveranstaltungen, VortrĂ€ge und Lesungen, sowie Podiumsdiskussionen in diesem Jahr quasi kaum bis gar nicht statt.

So legen wir in der Zeit bis Ende Januar einen Schwerpunkt auf den Themenkomplex der NS-Zeit, werden neben BĂŒchern auch Filme und Dokumentationen besprechen, GesprĂ€che fĂŒhren und euch Museen und GedenkstĂ€tten vorstellen. SelbstverstĂ€ndlich wird uns dieses weitreichende Themengebiet auch ĂŒber den Januar hinaus beschĂ€ftigen.

Blick in die Dauerausstellung. // © NS-Dokumentationszentrum MĂŒnchen/Foto: Jens Weber

Wir werden euch ausfĂŒhrlich das NS-Dokumentationszentrum in MĂŒnchen prĂ€sentieren, das uns in Corona-Zeiten eine Art digitaler FĂŒhrung ermöglichte, wie auch die dazugehörigen Standardwerke MĂŒnchen und der Nationalsozialismus (C.H. Beck Verlag) und Erinnerung gegrĂŒndet auf Wissen (Metropol), beide herausgegeben von Winfried Nerdinger, vorstellen, wie auch den Band zur Sonderausstellung Die Stadt ohne. Juden AuslĂ€nder Muslime FlĂŒchtlinge (Hirmer Verlag). Ebenso die Dokumentation Obersalzberg, die zum Institut fĂŒr Zeitgeschichte MĂŒnchen-Berlin gehört, ebenso den dazugehörigen Begleitband Die tödliche Utopie

Verfolgung Homosexueller und Vergessene Orte

Aus dem Campus Verlag besprechen wir Alexander Zinns „Aus dem Volkskörper entfernt?“ – Homosexuelle MĂ€nner im Nationalsozialismus, ergĂ€nzt durch Homosexuelle im Nationalsozialismus – Neue Forschungsperspektiven zu Lebenssituationen von lesbischen, schwulen, bi-, trans- und intersexuellen Menschen 1933 bis 1945, herausgegeben von Michael Schwartz in einer Schriftenreihe des Instituts fĂŒr Zeitgeschichte. Außerdem das kĂŒrzlich im Querverlag erschienene, von Joanna Ostrowska, Joanna Talewicz-Kwiatkowska und Lutz van Dijk herausgegebene Buch Erinnern in Auschwitz – auch an sexuelle Minderheiten.

Besonders interessant dĂŒrfte eine neue Veröffentlichung im Metropol Verlag sein: Das KZ-Außenlager in Berlin-Lichterfelde – Erkundungen an einem vergessenen Ort von Klaus Leutner. Im selben Verlag ist Streitfall Antisemitismus – Anspruch auf Deutungsmacht und politische Interessen erschienen. Der Essayband versammelt vielseitige Stimmen und wurde von Wolfang Benz (Im Widerstand, Vom Vorurteil zur Gewalt) herausgegeben.

Drei so unterschiedliche wie sicherlich aufschlussreiche und interessante BĂŒcher. // © the little queer review

Neben diesen Analysen, Kommentaren und Aufarbeitungen möchten wir auch Erfahrungsberichte nicht zu kurz kommen lassen, so stellen wir neben Andrea von Treuenfelds bereits im Januar erschienenem Buch Leben mit Auschwitz unter anderem auch HĂ©di Frieds vor und machen heute den Anfang mit den prĂ€gnanten und aufwĂŒhlenden Erinnerungen von Ginette Kolinka: RĂŒckkehr nach Birkenau (Aufbau Verlag).

Ebenfalls im Aufbau Verlag erschienen ist Ahawah Das vergessene Haus – Spurensuche im jĂŒdischen Berlin. Und apropos Berlin: Das Centrum Judaicum werden wir euch natĂŒrlich nicht vorenthalten.

Auch im TV

Ihr seht also, wir haben viel vor und natĂŒrlich ist das auch noch nicht alles. An dieser Stelle auch der Hinweis auf den Film Das Unwort, der heute Abend um 20:15 Uhr im ZDF lĂ€uft, im Anschluss gibt es die Dokumentation Hey, ich bin Jude! – Jung.JĂŒdisch.Deutsch und um 00:50 lĂ€uft schließlich der zu Recht gelobte und gefeierte Doku-Film Lebenszeichen – JĂŒdischsein in Berlin von Alexa Karolinski.

In der ARD-Mediathek ist noch bis einschließlich 15.11.2020 der großartige Film Elser zu sehen, in dem es um den gescheiterten Bombenanschlag von Georg Elser auf Adolf Hitler am 8. November 1939 im MĂŒnchner BĂŒrgerbrĂ€ukeller geht.

Wir sind offen fĂŒr ergĂ€nzende VorschlĂ€ge, von euch eingereichte BeitrĂ€ge und sind gespannt auf jedwedes sachliche Feedback. 

Love & Peace & Ś©ŚœŚ•Ś â€ïžâœŒđŸœâœĄïžđŸłïžâ€đŸŒˆ

Eure queer-reviewer

Beitragsbild: Großer Aufmarsch auf dem mit Flutlichtern & Scheinwerfern beleuchteten Zeppelin-Feld zum NSDAP-Parteitag im September 1937. Albert Speer hat diese sog. Lichtkathedrale entworfen. 152 Scheinwerfer strahlen rund ums Feld vertikale Lichtbalken in den Himmel. // © The Everett Collection

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