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Pete Buttigieg wird wohl Teil von Joe Bidens Kabinett

thelittlequeerreview

Im Zuge der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten am 3.11.2020 schauen wir etwas genauer auf die dortigen politischen Gepflogenheiten, Akteure und Mechanismen, wie auch auf die internationalen Zusammenhänge. Alle bisherigen Beiträge findet ihr unter dem Stichwort US-Wahl.

Nach und nach dringen mehr Pläne nach außen, wie Joe Biden sich sein Kabinett vorstellt und welche Schwerpunkte, neben der Bekämpfung der Corona-Krise, er setzen will. So hält er Wort und besetzt sein Kabinett augenscheinlich recht divers. Im April hatte Biden gesagt, die USA seien „männlich und weiblich, hetero- und homosexuell, schwarz, weiß und asiatisch.“ Mit Pete Buttigieg würde zumindest schon mal ein offen schwuler und sehr weißer Mann ins Biden Kabinett Einzug halten.

Nachdem zu Bidens Team gehörende Personen klar gemacht haben, dass es nicht um ein „ob“ sondern lediglich ein „wo“ gehen, brodelt natürlich die Gerüchteküche, welchen Posten der smarte und ambitionierte, ehemalige Navy-Offizier Buttigieg bekleiden könnte. Der ehemalige Bürgermeister der Stadt South Bend im Bundesstaat Indiana hatte sich ebenfalls als Präsidentschaftskandidat beworben und war der erste offen schwule Kandidat, der jemals einen Caucus gewonnen hat. Er stieg allerdings noch vor dem Super-Tuesday aus dem Rennen aus und unterstützte fortan Joe Biden. 

Drei Posten kommen in Frage

Pete Buttigieg in seiner Zeit bei der Navy. Gepostet von Queerty anlässlich des US-Veterans Day am 11.11. // © Instagram.com

Aufgrund seiner Erfahrungen im Militärdienst – er war unter anderem für sieben Monate als Offizier des Marinegeheimdienstes in Afghanistan eingesetzt – meinen einige der Posten des Leiters des Kriegsveteranenministeriums wäre genau passend für ihn. Sicherlich eine Position mit der er sich in den USA bei richtiger Amtsführung viel Anerkennung verdienen und, sollte er eine erneute Kandidatur zum US-Präsidenten erwägen, ihm große Teile einer sehr wichtigen Wählergruppe zusichern könnte.

Außerdem sei er im Gespräch für den Posten des Ministers für Wohnungsbau und Stadtentwicklung. Zweifelsohne ein Bereich, in dem er einige Erfahrung besitzt, wurde Pete Buttigieg doch in seiner fast achtjährigen Amtszeit als Bürgermeister genau für sein Handeln in diesem Bereich gelobt. Auch gibt es auf diesem Feld reichlich Baustellen. Somit besteht auch hier die Möglichkeit, sich einiges an Ansehen zu erarbeiten.

Ein weiterer Posten, der in Frage käme und den er angeblich favorisiere, sei der des Botschafters der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen in New York, wieder ein Posten, der nicht nur Prestige bringt, sondern gerade durch das Verhalten der USA in den letzten vier Jahren einiges an Feingefühl und zusätzlicher Arbeit mit sich brächte. Somit aber auch wieder reichlich Chancen. Neben dem mehrsprachigen (u. a. Spanisch, Norwegisch, Italienisch, Arabisch) Pete Buttigieg hätten aber auch andere aussichtsreiche Kandidaten Interesse an dem Posten angemeldet, so zum Beispiel die außenpolitisch weit erfahrenere Julie Smith oder die Diplomatin Wendy Sherman. 

Heißt es Pete Buttigieg vs. Kamala Harris?

So oder so: Buttigieg dürfte, sollte nicht etwas völlig Unvorhergesehenes geschehen, somit knapp nach seinem 39. Geburtstag am 19. Januar 2021, definitiv einen guten Posten bekommen und somit die Möglichkeit, sich Meriten für eine mögliche weitere Präsidentschaftskandidatur zu verdienen. Was eine weitere Frage aufwirft, auf die auch Axios aufmerksam macht: Ob Kamala Harris, Bidens designierte Vize-Präsidentin, es wohl so gut fände, mit Pete Buttigieg einen potentiellen Konkurrenten so nah am Geschehen und an möglichen Geldgebern und im Licht der Öffentlichkeit zu haben? Insbesondere den Botschafter-Posten dürfte Harris als problematisch empfinden.

Wo wir schon bei ihr sind: Kamala Harris hat die in Haiti geborene Karine Jean Pierre zu ihrer Stabschefin gemacht. Zuvor war sie nationale Beauftrage für öffentliche Angelegenheiten bei der politischen Interessenvertretung MoveOn.org. Das berichtete bereits im August das LQBTIQ*-Portal mygwork. Somit ist zum ersten Mal eine schwarze, lesbische Frau Stabschefin einer US-Vizepräsidentin.

Und noch eine Meldung. Biden hat mit Shawn Skelly eine Transfrau und Veteranin ins Übergangsteam des Verteidigungsministeriums berufen. Donald Trump hatte transsexuelle Menschen vom Militärdienst ausgeschlossen, Joe Biden versprach dies umgehend rückgängig zu machen. Die Berufung von Skelly kann wohl als Zeichen verstanden werden, dass er sein Versprechen halten wird.

Love & Peace ❤️✌🏼🏳️‍🌈🇺🇸

AS

Beitragsbild: Pressebild Pete Buttigieg

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