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Saunadonnerwetter & Bananen

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Zuletzt aktualisiert am 08/09/2019

Es ist wieder alles mal nicht so einfach bei unseren Lindenstraßlern: Gabi möchte nun unbedingt, dass der Roland seinen Kram (!) aus dem Hinterhof der Nummer 3 räumt, der Dressler (korrekt heißt es Dr. Dressler, liebe Gabi!) kommt wieder! Aber das ist halt kein Kram, das ist nämlich „ne 1A-Saunadonne. Aus gebeiztem Fischtenholz, mit nem super funktionierendem Holzohfen.“ Aber nein, für Gabi ist das einfach nur ein Haufen Holz und bei dem, ja, da macht der Dressler dem Andy die Hölle heiß. Und wir alle wissen, dass Andy echt immer viel beschäftigt ist, so als Hausmeister, mit Klogängen und Bierflaschen im Kühlschrank nachzählen, was soll der denn noch alles machen?! Aber die Saunatonne sollte doch eigentlich beweisen, wie wichtig der Hinterhof für das Wohl- und Wohngefühl der Bewohner ist. Nachdem Andy sich mal wieder aufwendig beschwert, den Roland dabei aber halbwegs leidenschaftlich anschaut, entschließt er sich doch noch dabei zu helfen, die Saunatonne mit zu errichten und, ganz wichtig, Gabi anzurufen, sie solle später mal die Liegestühle runterbringen und von irgendwem eine Bar für die Wellness-Oase organisieren. Sogar Klaus kommt helfen! Was wichtig ist, weil Hausmeister Andy sich mit einem Hammer oder so etwas auf den Finger haut. Aber er braucht kein Pflaster. Puh! Am Ende jedenfalls steht die (illegale) Saunatonne, samt Bar und Stühlen und fast allen Lindenstraßen-Nummer-3-Bewohnern plus Roland mit Hawaiiketten um den Hals um Angelina herum, die kommt hier nämlich nicht zum Zug. Der Dressler hat das (trotz Abwesenheit) alles mitbekommen und findet das super und daher wird nicht, ich wiederhole: NICHT, an den Lohmaier verkauft. Schwitzen verbindet eben. Heißer Scheiß, wörtlich.

Angelina guckt wie Angelina und Andy wie Andy. / ©GFF/WDR

Ich hab mich mehrmals gefragt, wo man Mutter Beimer in der Folge versteckt gehalten hat – die große Kämpferin für den Erhalt des Hofes, jedem seine aufrichtige Unterstützung abverlangend und dabei doch viel besser genüsslich hochmütig dreinblicken könnend als die Gabi. Wenigstens ein kleiner Moment im Hof wäre doch unterhaltsam gewesen, spätestens am Ende der Folge. Aber vermutlich muss auf den letzten Metern der Lindenstraße-Produktion noch richtig ordentlich gespart werden und Mutti ist halt teuer. 

Johannes arbeitet jetzt noch nebenher schwarz auf der ungeliebten dem-Lohmaier-sein-Hotel-Baustelle, was nicht nur zu Problemen führt, da Iffi meint, ihn dort entdeckt zu haben, sondern auch, weil der Zoll dort ankommt und kontrolliert. Das gibt ordentlich Ärger. Zudem ist einer der Arbeiter durch die Schuld Johannes’ noch recht verletzt (und nicht nur so mit Fingeraua), kann aber nicht ins Krankenhaus, da nicht versichert. Johannes bietet fachmännisch einen Schluck Wasser an.

Dazu zwei Sachen. Erstens: Iffi macht Johannes ständig Feuer unterm Hintern, dass er sich mehr einbringen und solide Geld verdienen solle. Dann fragt sie garstig nach, ob sie ihn auf der Baustelle gesehen habe, er verneint, sie selbstzufrieden wie immer: „Na, dann war’s wohl doch dein Doppelgänger“. Ähnliches gab es bereits in der vergangenen Wochen, er habe ja zu wenig Zeit für Nina. Herrje!

Zweitens: Es ist Klaus der den Zoll gerufen hat, denn der kleine Häusleretter, vergisst vor lauter krass-sexy-ambitionierter Selbstgerechtigkeit, dass er eben doch nicht der einzige Mensch auf der Welt ist. Neyla will ihn kurz daran erinnern, indem sie erklärt, dass manch einem nichts anderes übrig bleibt als schwarz zu arbeiten: „Mensch Klaus, sieh das doch mal aus deren Sicht.“ Aber da ist es schon zu spät, als er rauseilt um… ja, was eigentlich zu tun? Die anrollenden Zollautos zu stoppen und zu sagen „Verwählt. Versprochen. Ich war betrunken.“ Immerhin hilft er ja beim Saunatonnenbau.

Der Eröffnungsdialog in dieser Folge ist übrigens besonders… beeindruckend. Klaus Beimer kommt zu Mila ins Zimmer:

Klaus: „Kommst du gleich frühstücken?“ – Mila: „Ich geh gleich noch zu Konstantins Slackline-Kurs.“ – Klaus: „Ja, dann nimm aber ne Banane mit, ja?!“

Denn jeder weiß – kein Slackline-Kurs ohne vernünftige Banane! Wehe, es bringe jemand eine Apfel oder gar, ugh, einen Keks mit! Die Slackline-Welt würde erzittern, die Erde sich auftun und alle Slackliner ohne Banane in den Abgrund gerissen werden! Ich meine, normale Leute würden doch sagen „Ja, dann nimm dir aber was mit.“ Oder: „Pack ein paar Euro ein und hol dir was.“ Oder: „Gut, du hast eh zugenommen.“ Aber nein, hier muss es die Banane sein. Wir haben Pause gemacht und ich erstmal ne Minute gelacht.

Jedenfalls lügt Mila natürlich, denn sie hat sich heimlich mit ihrer leiblichen Mutter Nastya zum Minigolf im Olympiapark in München verabredet. Mila möchte mehr über das, was damals geschehen ist, erfahren, Nastya allerdings spricht mehr über das Hier-und-Jetzt und schafft es schließlich Mila mit einer ausgefeilten Manipulations-Strategie à la „Ach, komm schon“ dazu zu überreden mit ihr ins Auto zu steigen, zum Tegernsee zu fahren, um dort ihre Schwester und den Freund Nastyas kennenlernen zu können. Wird sie etwa – erneut – von ihrer Mutter entführt?

Konstis Shirts sagt „RAP“, nichts anderes. / ©GFF/WDR

In der Zeit haben der heute sehr viel beschäftige Klaus – allgemeine Wut, Zollspaßanruf, Saunatonnenbau, in der Gegend stehen – und Konstantin herausgefunden, dass Mila nicht beim Slackline-Kurs war und ans Smartphone geht sie auch nicht. Dem doch wirklich sehr niedlichen, wenn auch etwas müde aussehendem Konsti hatte sie am Morgen erzählt, sie würde eine Freundin im Olympiapark treffen. Also ab ins Auto und los zum Olympiapark, dort ankommend sehen sie Nastya und Mila wegfahren! Cliffhanger – bäm. 

Nach wie vor irritiert mich der Umgang der Leute in der Straße miteinander stark, wobei das in dieser Folge eher etwas zurückgenommen war. Aber es ist schon lustig, wie man hier einen Haufen völlig irrational agierender Leute zusammenwürfelt. Vermutlich auch sehr realistisch, wenigstens aber unterhaltsamer als Big Brother oder der Bachelor. Nicht besser als das Dschungelcamp, aber da war die Rebecca Siemoneit-Barum aka Iffi ja auch schon. Alles in allem eine ganz taugliche Folge, man hat wirklich allmählich das Gefühl Endspurt (und ich schau’s erst seit nem Jahr!). Ich bin ein wenig gespannt ob wir in der kommenden Folge einen spannenden Krimi um Mila und Nastya sehen oder wir den Spaß in den ersten Minuten als Missverständnis aufgelöst und alle einmal „Hach.“ gemacht haben werden.  

Was sonst noch war:

  • Hat Klaus einen Fetisch für Frauen mit „N“? Nina, Nastya, Neyla? Ich meine… hmm…
  • Wenn Klaus es so mit gleichen Namen hat, kann er ja SPD-Kanzlerkandidat werden, muss er nur noch ne Frau mit dem Anfangsbuchstaben „S“ im Nachnamen heiraten und ihren Namen annehmen… Vorschlag: Nina … Scheer …?!?
  • Gabi und Roland am Anfang, als er mit den Fingern tippelt, sie ihm die Brötchen erst geben will, wenn er zusagt den Haufen Holz wegzuräumen und er das Geld wütend hinknallt. Groß-ar-tig!
  • Neyla fragt Klaus, ob es verboten sei, in Deutschland nicht versichert zu sein. Der ehemalige Top-Journalist antwortet fachkundig „nein“. Aha, das ist leider falsch, Klaus.
  • Bananaramastreet 
  • Nastya hat übrigens mal mehr, mal weniger Akzent. Chapeau! 
  • Konstis Shirt war übrigens stark ungünstig, aus einem doofen Winkel könnte man auch meinen da stünde „R-A-P-E“ drauf. 
  • Mein Mit-Zuschauer und Lindenstraße-Lehrer nur so: „Ugh, nee, die blöde Nasyta kommt echt zurück.“
  • Angelina ist schon stark unterhaltsam. Ich mag sie. 

Abspann-Satz Nastya: „Zum Abendessen bist du wieder zu Hause. Und dein Papa merkt gar nix davon.“

Mein Vorschlag Klaus: „Ja, dann nimm aber ne Banane mit, ja?!“ (Überraschend, was?!?)

Lindenstraße, Folge 1730, Schwitzen verbindet; Deutschland 2019; Regie: Dominikus Probst; Buch: David Gruber

Beitragsbild: ©GFF/WDR

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