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Six more Days a Week for Future

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Zuletzt aktualisiert am 26. August 2019

Diese jungen Leute – sie sind ja momentan wieder viel in der Diskussion und das liegt nicht nur daran, dass sie in den Ferien Zeit dafür haben. Bei Fridays for Future gehen sie seit Monaten auf die Straße, um für das Klima zu protestieren. Carsten Linnemann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU und offizieller Hoffnungsträger der Partei, plädierte jüngst dafür, dass Schüler gut genug Deutsch können müssen bevor sie eingeschult werden – nicht ganz zu Unrecht, denn sonst sind schlechte Noten und geringe Berufsperspektiven vorprogrammiert. Oder der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, forderte in der Rhein-Neckar-Zeitung jüngst, die Nutzung von E-Scootern nicht zu stark zu reglementieren, nicht zuletzt da sie bei der Jugend sehr beliebt seien.

Die Jugend fängt mehr und mehr an, ihre Interessen zu artikulieren. Nur wenn sie das tut, können die Entscheidungsträger aus Politik und Gesellschaft ihre Bedürfnisse zur Kenntnis nehmen. Es ist gut, wenn beide Seiten dies tun – die Jungen und die Verantwortungsträger. Es ist aber auch gut, wenn die Umsetzbarkeit von Forderungen die zur Verfügung stehenden Ressourcen berücksichtigt.

Ein Beispiel: Abgesehen von wenigen Einzelstimmen war die Jugend nicht sehr laut als durch gefühlt unzählige Rentenpakete in den letzten Jahren die Staatskassen der Gegenwart und Zukunft geplündert wurden. Hier wurde der finanzielle Handlungsspielraum für die künftigen Generationen  – auch im Klimaschutz – massiv eingeschränkt und die Jungen haben es quasi ohne mit der Wimper zu zucken hingenommen. Oder wo ist die Jugend, wenn es um die europäische Integration, um das Zwei-Prozent-Ziel der NATO und somit um die Verlässlichkeit Deutschlands für seine Bündnispartner oder um die auch schon wieder fast vergessene Krise in der Straße von Hormus geht? Wo findet man jemanden, der sich in jungen Jahren aktiv für die Außenpolitik engagiert? All das sind Themen, die für die Zukunft unseres Landes von großer Bedeutung sind. 

In der Demokratie geht es um die Organisation von Interessen. Mit Fridays for Future gibt es eine prominente Bewegung, die ihre Interessen im Klimaschutz artikuliert. Was fehlt, ist der Bogen zu weiteren Interessen. Ohne diesen Bogen ist das nicht mehr als Klientelpolitik, auch wenn sie einem durchaus guten Zweck dient. Wichtig ist jedoch, dass die Jugend sich auch für Themen mit weniger Sexappeal, wie Rente und Finanzen, Sicherheit und Verteidigung, Soziales und Wirtschaft, interessiert und schließlich engagiert. Umgekehrt müssen „die Profis“, wie FDP-Chef Christian Lindner sie bezeichnet, aber die Sorgen der Jugend auch ernst nehmen und in ihren täglichen Aktionen auch umsetzen. Wichtig ist in der Demokratie der Ausgleich zwischen allen Interessen. Und hier müssen alle weiter nacharbeiten.

hms

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