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Spannender Spaß im Internat

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Am heutigen Freitag startet auf Amazon Prime die neue Serie Alex Rider – eine Coming-of-Age-Spionage-Geschichte um den Teenager Alex, dessen Onkel, vermeintlich ein Banker, auf mysteriöse Weise ums Leben kommt. Alex ist misstrauisch und ermittelt auf eigene Faust. Dadurch ändert sich für ihn alles. Sein Onkel arbeitete für einen Ableger des britischen Geheimdienstes MI6. Der Leiter dieses „The Department“ genannten Ablegers, Alan Blunt, „überredet“ Alex in seine Dienste zu treten. Ein elitäres Internat namens Point Blanc in den französischen Alpen ist verdächtig, dort Gehirnwäsche zu betreiben – nach ihrer Rückkehr scheinen die ehemaligen Schüler verändert, ebenso starben deren Väter unter seltsamen Umständen. Alex soll undercover ermitteln, dabei deckt er den größenwahnsinnigen Plan des Internatsleiters und weitere düstere Geheimnisse auf.

Bekannte und neue Gesichter in stylisher Story

Das klingt alles ein wenig versponnen, was es ist, aber das sind James Bond und Ethan Hunt auch, nur eben 20 bis 40 Jahre älter. Die Serie basiert auf der gleichnamigen Buchreihe, die erste Staffel konkret auf dem zweiten Band. Die Serie schafft es einigermaßen gut, die Waage von Jugendserie und einigermaßen spannender Action-Unterhaltung zu halten. Das verdankt sie auch ihren Nebendarstellern, wie dem erfahrenen Stephen Dillane (Stannis in Game of Thrones) als undurchsichtigem Geheimdienstler Alan Blunt, Howard Charles als Wolf oder auch Andrew Buchan als Alex’ Onkel Ian Rider und ganz besonders Ronkẹ Adékoluẹjo als Alex’ quasi Erziehungsberechtigter Jack.

Alex Rider (Otto Farrant) // © Sony / Amazon Prime Video

Aber auch der 23-jährige Otto Farrant spielt seine hier noch etwas eindimensional angelegte titelgebende Rolle solide und dass er nett anzusehen ist, tut auch nicht weh. Ebenso nett anzusehen ist George Sear, der mit Parker Roscoe einen der Internats-Rückkehrer spielt und herrlich schablonenhaft diabolisch sein darf. Sear spielte übrigens kürzlich in der ersten Staffel von Love, Victor den Schwarm Victors, Benji. Mit Brenock O’Connor spielt ein weiterer Game of Thrones-Veteran mit, er verkörperte dort Olly, bleibt hier allerdings blass, was im Gegensatz zu GoT bei Alex Rider nicht zum Rollenprofil gehört haben durfte. Marli Siu gibt eine interessante Ermittlungspartnerin für Alex am Internat.

Nicht 1A-Ware aber schöner Eskapismus

Wie bereits erwähnt, die Serie dürfte sowohl etwas jüngere Zuschauer ansprechen, als auch doch einige Erwachsene. Es ist kein hochkomplexes State-of-the-Art-Action-Drama wie zuletzt Condor oder das leider unterschätzte und gecancelte Treadstone, aber die acht Folgen sind gerade kurzweilig genug, um Freude zu machen und doch Spannung zu erzeugen. Wenn es auch durchaus den einen oder anderen etwas gezogenen, oder viel eher redundanten, Moment gibt. Ein paar sehr witzige Andeutungen und wunderbar altkluge Kommentare lockern die sich in manchen Momenten doch sehr ernst nehmende Serie auf und lassen über manch ein Klischee hinwegsehen. Ein paar Anspielungen auf diesen oder jenen Agentenklassiker fehlen ebenfalls nicht. Dazu sieht die Serie ganz stylish aus, mit den Gadgets wird es nicht übertrieben, ganz im Gegenteil, Alex und Co. müssen sich zuweilen kreativ selber zu helfen wissen.

Alex Rider (Otto Farrant) und Mrs. Jones (Vicky McClure) // © Sony/Amazon Prime Video

Der Autor der inzwischen 13 Bände umfassenden Buchreihe, Anthony Horowitz, ist mit als Produzent an Bord, was schon immer ein gutes Zeichen ist. Ebenso lässt sich aus dem Material natürlich eine langlebige Serie gestalten. Als Hauptautor der Serie zeichnet sich Guy Burt verantwortlich, der ebenfalls als Produzent agiert; weitere Produzenten sind Mat Chaplin, Angie Daniell, Jill Green und Eve Gutierrez. Produziert wird die Serie von Eleventh Hour Film und Sony Pictures Entertainment im Auftrag von Amazon Prime Video. Auf Amazon Prime UK lief die Serie im Juni sehr erfolgreich und eine zweite Staffel soll noch in diesem Jahr produziert werden. Unklar ist, ob Amazon dieses Mal mit als Produzent dabei sein wird.

Man versuchte übrigens schon einmal den Stoff zu verfilmen: 2006 mit Alex Pettyfer (Magic Mike, *rrrrrr* 🤤) unter dem Titel Stormbreaker. Das war ein ziemlicher Flop, mehr oder weniger zurecht. Das mal am Rande.

Alex Rider; UK 2019; Kreiert von: Guy Burt, basierend auf den Büchern von Anthony Horowitz; Titelsong: „The World is Mine“ von Samm Hershaw, Musik: Raffertie; Darsteller: Otto Farrant, Stephen Dillane, Vicky McClure, Andrew Buchan, Ronkẹ Adékoluẹjo, Liam Garrigan, Ace Bhatti, Brenock O’Connor, George Sear, Ana Ularu, Marli Siu, Haluk Bilginer, Howard Charles; acht Folgen, jeweils ca. 43-45 Minuten, FSK: 12; zu streamen über Amazon Prime

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