Weg von der Wegwerfweihnacht

In ihrem recht empfehlenswerten Ratgeber Der Konsum-Kompass rät die Journalistin Katarina Schickling dazu, möglichst viele Dinge wiederzuverwenden. Wir halten uns dran und verweisen an dieser Stelle auf unsere Rezension aus dem August – das Buch ist wirklich empfehlenswert.

Dass wir die Thematik nun noch einmal aufgreifen, hat aber auch einen zweiten Grund: Weihnachten. Kurz nachdem wir den Konsum-Kompass besprachen kamen bereits Lebkuchen und Spekulatius in die Regale. In Der Konsum-Kompass gibt es auch ein Kapitel, das sich mit explizit mit Weihnachten auseinandersetzt (S. 304 – 311) und das wir zum Black Friday schwerpunktmäßig betrachten wollen. Hier widmet sie sich verschiedenen Aspekten des weihnachtlichen Konsums: Weihnachtsbaum, -schmuck und -dekoration, Geschenke und deren Verpackung sowie dem eine Woche später stattfindenden Feuerwerk. Ob es letzteres dieses Jahr überhaupt geben wird, darüber wird nun ja schon stückchenweise diskutiert.

Weihnachtsbäume und Deko: bio und wiederverwertbar

Weihnachtsbäume sind laut Katarina Schicklings Aussage vor allem dann empfehlenswert, wenn sie entweder biologisch angebaut (und deshalb unter Umständen nicht ganz so hübsch) sind oder sehr kurze Transportwege haben. Selbst kilometerweit in den Wald zu fahren, um einen Baum zu schlagen, kann also weniger nachhaltig sein als eine konventionelle Massentanne vom Markt um die Ecke zu kaufen, die nicht mehr mit dem Auto transportiert werden muss. Plastikbäume sind überdies nicht nur hässlich, sondern müssen mindestens 17 Jahre genutzt werden, um in der Ökobilanz ansatzweise ähnlich zu Holzbäumen zu sein.

Schmuck und Deko sollten nach Möglichkeit wiederverwertbar sein und keine Schwermetalle enthalten. Lametta ist also definitiv pfui. Bienenwachskerzen sind besser als Paraffinkerzen und bei elektrischen Lampen sind LED-Lichter recht effizient und energiesparend. Adventskränze sind – sofern sie keine Styroporteile enthalten – tatsächlich recht ökologisch, da und falls sie kompostierbar sind (und natürlich auch genau dort entsorgt werden sollten). Sie sind in jedem Fall besser als Weihnachtssterne, die mit großem Aufwand aus Afrika nach Deutschland transportiert werden müssen und hier oft nur kurz überleben.

Immaterielle Geschenke und nützliche Verpackungen

Als Geschenke kommen natürlich Dinge in Frage, die möglichst wenig Müll und Transport verursachen. Schickling empfiehlt gemeinsame Erlebnisse, Konzertbesuche oder auch ein gemeinsames selbstgekochtes Galadinner (in unserer Kategorie Yummy haben wir einige Koch- und Backbücher und -rezepte vorgestellt, die hierfür bestimmt in Frage kämen). In diesem Jahr könnten auch Restaurantgutscheine oder Ähnliches sinnvoll sein, um das Lokal um die Ecke zu unterstützen. 

Und auf Geschenkpapier sollte nach Möglichkeit ebenso verzichtet werden, wie auf die Böllerei am Silvestertag, ggf. auch die Völlerei. Während es für das Feuerwerk aber keine adäquate Ersatzlösung gibt (außer sich ein öffentliches anzusehen), kann Geschenkpapier relativ einfach ersetzt werden. Schickling empfiehlt hübsche Zeitungsseiten oder Tüten. 

Beides haben wir auch in der Vergangenheit schon praktiziert und können das sehr empfehlen. Alternativ können beispielsweise Geschirrhandtücher, neue Schürzen o. ä. verwendet und gleichzeitig geschenkt werden. Wir empfanden die Hinweise Schicklings jedenfalls als sehr eingängig und nachvollziehbar und können daher erneut sagen: Ihr Buch ist sehr zu empfehlen, denn es hält uns in unserem Konsumverhalten den Spiegel vor, ohne uns belehren zu wollen. Für den Black Friday oder die drei Wochen danach wäre es also unsere Empfehlung für das diesjährige Weihnachtsgeschenk für Freunde und Verwandtschaft.

Der Konsumkompass von Katarina Schickling

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Schickling, Katarina: Der Konsumkompass – Gut und nachhaltig leben muss nicht kompliziert sein; 1. Auflage, April 2020; Hardcover mit Schutzumschlag, 336 Seiten; ISBN: 978-3-442-17866-7; Mosaik Verlag; 20,00 € (eBook: ISBN: 978-3-641-25503-9; 14,99 €)

HMS

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