Welt-AIDS-Tag und Russland

Es wird sicherlich keinem von euch entgangen sein: Heute, am 1. Dezember 2021, jährt sich der Welt-AIDS-Tag zum 33. Mal und auch wenn durch Corona und die neue Omnikron-Variante der Fokus sicherlich ein wenig verschoben sein dürfte, ist die Aufmerksamkeit, die dieser Tag weithin bringt, unbedingt wichtig. Erst recht, wenn sich die Vermutung bestätigen sollte, dass die Omnikron-Mutante in einem Patienten mit HIV (oder einer anderen Immunschwäche) entstanden wäre.

Kreative Achtsamkeit 

Nils Wanderer // © Guido Werner

Wie im vergangenen Jahr, hat Peter Plate auch in diesem Jahr über sein Label Milchmusik (gemeinsam mit Ulf Leo Sommer und Joshua Lange) wieder einen Song am Start und die Lizenzeinnahmen des Titels „St. Petersburg“ gehen an die Deutsche Aidshilfe. Der Song entstand durch die Kooperation des Musik-Projekts BANGERZ und dem Countertenor Nils Wanderer.

Von einer wahren Klang-Symbiose ist in der Mittelung zum Track zu lesen und in der Tat wüssten wir es nicht besser auszudrücken. Dass Plate und Sommer musikalisch ganz weit vorn sind, haben wir neulich nochmal in der Album-Besprechung zu Ku’damm 56 – Das Musical geschrieben (unsere Ansichten zum Musical als solchem folgen, am Ende blieben wir leider ein wenig konsterniert zurück…). Wie viele kreative Nuancen zusammengebracht werden können, zeigte sich bereits auch in der Zusammenarbeit mit Marcella Rockefeller.

Gefühlvoll und mitreißend

Im Song „St. Petersburg“ treffen die BANGERZ wie erwähnt auf den Shootingstar der Klassikszene, Nils Wanderer. Der Titel mit starkem Elektro-Pop-Einschlag soll natürlich auch auf die unmögliche Situation der LGBTIQ*-Community in Russland – und manch anderer Länder – aufmerksam machen. Das gefühlvoll-stimmige Musik-Video von Starfotograf Olaf Blecker, das die zarte Annäherung zweier junger Männer zeigt, bringt eine ganz eindeutige Message für Akzeptanz und Zuneigung rüber.

Wie von Nils Wanderer nicht unbekannt, verbindet der in Weimar ausgebildete und unter anderem mit dem Young Artist Award des Barbican Centre in London ausgezeichnete Sänger auch hier Barockmusik und Einflüsse von Techno. So ist der Song bei allem ernsthaften Anliegen und der Mahnung zu mehr Bewusstsein auch eine mitreißende und tanzbare Nummer geworden, die gut in Ohr, Bein und Herz geht.

Den wunderbar queeren Song findet ihr u. a. hier und natürlich auch in unserer QUEER-SOUNDS-Spotify-Playlist.

Eure queer-reviewer

PS: Zum Thema queerer AIDS Literatur findet ihr so einige sehr gute Empfehlungen bei Marlon von Books are gay as fuck.

Unser Schaffen für the little queer review macht neben viel Freude auch viel Arbeit. Und es kostet uns wortwörtlich Geld, denn weder Hosting noch ein Großteil der Bildnutzung oder dieses neuländische Internet sind für umme. Von unserer Arbeits1zeit ganz zu schweigen. Wenn ihr uns also neben Ideen und Feedback gern noch anderweitig unterstützen möchtet, dann könnt ihr das hier via Paypal oder hier via Ko-Fi tun. Vielen Dank!

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.