Belletristik

Hier findet ihr alle Besprechungen belletristischer, lyrischer und poetischer Bücher alphabetisch nach Autor*innen sortiert. Bei queeren Inhalten haben wir ein „Q“ mit angegeben. Alternativ könnt ihr natürlich die Suchfunktion nutzen oder einfach fröhlich durch unser Online-Magazin wurschteln. Was wir empfehlen.

  • Acar, Cihan: Hawaii // Wollhaus statt Waikiki.
  • Albertalli, Becky & Silvera, Adam: Was ist mit uns? // Q // Vom Suchen, Finden und Halten der Liebe im New York des Gossip-Girl-Zeitalters.
  • Alesmael, Khalid: Selamlik // Q // Ein Collagenroman voller Schönheit, Angst und Gewalt.
  • Arnautović, Ljuba: Junischnee // Die österreichische Autorin Ljuba Arnautović erzählt in ihrem Roman „Junischnee“ die Geschichte ihrer Familie zwischen Österreich und der Sowjetunion, Krieg und Terror.
  • Ayim, Nana Oforiatta: Wir Gotteskinder // Der Debütroman von Nana Oforiatta Ayim interessiert durch verspielte Vielschichtigkeit, beeindruckt durch emotionale Tiefe und fasziniert als kulturelles Lehrstück. 
  • Barta, Dominik: Vom Land // Q // Eine kurze und anregende Geschichte über die Höhen und Tiefen des heutigen Dorflebens.
  • Barta, Dominik: Tür an Tür // Q // Nachbarschaft kann ein Fluch sein – oder ein Segen, wenn mensch sich darauf einlässt. Dominik Barta beschreibt in seinem neuen Roman die Leiden und Vorurteile in einem Wiener Mietshaus, aber auch die Freuden einer angenehmen Nachbarschaft, wenn mensch sich drauf einlässt – politische Botschaft und schwuler Hauptcharakter inklusive.
  • Baum, Hans Christian: Noch einmal schlafen, dann ist… Schöne Bescherung // Q // Ein heiterer Screwball-Spaß mit toller Message meinen Fiete und Frank in ihrer Videobesprechung.
  • Bergmann, Michel: Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht morden // Michel Bergmann hat einen kurzweiligen, schmissigen und humorvollen Auftakt einer Krimireihe geschrieben. In puncto Spannung ist allerdings noch Luft nach oben.
  • Berling, Laura Melina & Rödel, Hannah: Selma, Küsse, Kuddelmuddel // Q // Pubertät sucks und „wenn die Menschen sagen, die Jugend sei die schönste Zeit des Lebens, dann lügen sie“, heißt es im wunderbar bunten und heiter lehrreichen „Selma, Küsse, Kuddelmuddel“, das neben ganz alltäglichen Peinlichkeiten auch noch einen Krimi beinhaltet und viel über Selbstwert zu sagen weiß.
  • Besson, Philippe: Hör auf zu lügen // Q // Die Geschichte einer Jugendliebe und eines verpassten Coming-Outs.
  • Blixen, Tania: Babettes Gastmahl // Tania Blixens Geschichte wurde von Ulrich Sonnenberg mit einem analytischen Nachwort von Erik Fosnes Hansen neu übersetzt. Die Geschichte selbst ist knapp und lesenswert, die Geschichte dahinter aber ist mindestens genauso interessant.
  • Bošković, Stefan: Der Minister // Als Minister hat man’s nicht leicht: Alle wollen etwas von einem, aber auch privat kann es hoch hergehen. In Stefan Boškovićs Roman begleiten wir den montenegrinischen Kulturminister neun Tage beim Löschen größerer und kleinerer dienstlicher und privater Brände.
  • Bryla, Kaśka: Die Eistaucher // Q // Verschachtelt, komplex, raum- und zeitübergreifend: In „Die Eistaucher“ lässt Kaśka Bryla ihre Figuren auf vielen Hochzeiten alle möglichen Ambivalenzen austanzen. Ein Drama voller Humor, Gewalt und feinen Beobachtungen.
  • Bundo, Marlon (mit Jill Twiss): A Day in the Life of Marlon Bundo // Q // Marlon Bundo ist ein einsam hoppelndes Kaninchen… Bis er ein weiteres Kaninchen findet. Doch die Stinkwanze sagt: Zwei männliche Kaninchen gehören einfach nicht zusammen!
  • Bužarovska, Rumena: Mein Mann – Stories // Die nordmazedonische Autorin Rumena Bužarovska beschreibt in ihrem elf Kurzgeschichten umfassenden Buch „Mein Mann“, welche Demütigungen verheiratete Frauen teils heute noch erdulden müssen. Am Ende mag man zwar wohl weder Frau noch Mann, aber ist auf jeden Fall gut unterhalten und hat Grund zur Reflexion.
  • Can Xue: Liebe im neuen Jahrtausend // Wo die Liebe hinfällt, oder zumindest das Begehren. Can Xue illustriert in ihrem Roman „Liebe im neuen Jahrtausend“ einen kleinen Mikrokosmos um Liebe, Begehren und Verlangen im heutigen China. Das ist tiefgründig und komplex, aber auch nicht immer ganz einfach zu lesen.
  • Cooper, Dennis: Die Schlampen // Q // Harter Sex bis zum Äußersten – darum geht es augenscheinlich in Dennis Coopers Roman „Die Schlampen“. Seine SM-Story erzählt aber hintergründig von den Chancen, Verlockungen und Gefahren des Internets, von Meinungsmanipulation und Missbrauch auf so manchen Ebenen. Harter und hart lesenswerter Stoff.
  • Cruz, Mario: Der Prinz // Q // Die Wiederentdeckung des chilenischen Untergrund-Hits aus den 70er-Jahren um freie Liebe und harte Gewalt in einem Gefängnis.
  • Daas, Fatima: Die jüngste Tochter // Q // Der Debütroman von Fatima Daas weiß über weite Strecken zu beeindrucken, im Experimentellen noch knapp am Prätentiösen vorbeizukommen, enttäuscht aber mit einem klischeetriefenden Ende.
  • Dorn, Thea: Trost – Briefe an Max // Was spendet uns Trost? Diese Frage stellt sich angesichts von Corona mit großer Aktualität. Thea Dorn greift das Thema in ihrem Buch auf, in dem die Journalistin Johanna den Tod ihrer Mutter durch Corona im Briefwechsel mit ihrem philosophischen Lehrer Max verarbeitet.
  • Dostojewski, Fjodor M.: Ein kleiner Held. Erzählungen // In einem Sammelband hat der Penguin Verlag drei seiner humorvolleren, kürzeren Erzählungen um die Geschichte „Ein kleiner Held“ zusammengefasst. Ein passender Einstieg für den „Mann der dicken Wälzer“.
  • Eika, Jonas: Nach der Sonne // Q // Kaum ein Buch hat einen unserer Rezensenten so aufgewühlt, beschäftigt, mitgenommen und getragen wie dieses. Obwohl sich kaum Worte finden ließen, hat er ein paar Gedanken notiert.
  • Emezi, Akwaeke: Der Tod des Vivek Oji // Q // Eine Geschichte so düster wie galant.
  • Fang Fang: Weiches Begräbnis // Eine Geschichte über das Vergessen und Erinnern, über die kommunistische Bodenreform 1949 – 1952 in China.
  • Figueiredo, Isabela: Roter Staub – Mosambik am Ende der Kolonialzeit // Von der portugiesischen Kolonialherrschaft in Mosambik haben wohl nur die Wenigsten ein Bild. Isabela Figueiredo schreibt in ihrem überaus derben Buch über ihre Erfahrungen als Tochter Weißer Kolonialisten zum Ende der Kolonialherrschaft. Das ist alles andere als Wohlfühllektüre, aber dringende Lektüre zu Kolonialismus, Rassismus und Frauenhass.
  • Fishman, Lillian: Große Gefallen // Q // Dreiecksbeziehungen sind kompliziert – einen Gefallen tun sich damit oft nur wenige. Lillian Fishman erzählt von einer solchen Geschichte, aber einen Gefallen tut sie uns damit nicht unbedingt.
  • Fontaine, Naomi: Die kleine Schule der großen Hoffnung // Das Buch enttäuscht jede Hoffnung auf eine interessante Geschichte; Literatur ist es schon mal gar nicht. Ein nahezu tragischer Reinfall.
  • Fredrich, Benjamin: Die Redaktion // Wer ein Unternehmen gründet, hat viel zu erzählen. Benjamin Fredrich hat das getan und einen Roman über die Gründung und den Aufbau seines Kartenmagazins Katapult in Greifswald geschrieben, der direkt zu einer Debatte führte. Das Buch ist informativ, aber die geäußerte Kritik ist nicht ganz unberechtigt.
  • Fricke, Lucy: Die Diplomatin // Außenpolitik ist ein hartes Geschäft, auch und vor allem in den „Niederungen“ der alltäglichen Diplomatie. Lucy Fricke illustriert in ihrem Buch, wie eine patente Konsulin zuerst in Uruguay an ihrem Amt scheitert, später aber umso engagierter in Istanbul auftritt.
  • Goldschmidt, Georges-Arthur: Der versperrte Weg – Roman des Bruders // Q // Der Roman ist so dünn, wie er wirkmächtig ist. Die Geschichte des älteren Bruders des Autors berichtet von Flucht, nicht nur vor den Nazis, Entwurzelung in vielerlei Hinsicht und dem Getriebensein ohne Ziel.
  • Grabovac, Alem: Das achte Kind // Eine Autofiktion, ein Familienroman, die Geschichte einer Findung.
  • Grigorcea, Dana: Die nicht sterben // Der für den Deutschen Buchpreis 2021 nominierte Roman der schweizerisch-rumänischen Autorin Dana Grigorcea verhandelt Fragen von Moral, Aufbruch und Gerechtigkeit. Sprachlich exzellent verwebt sie das mit einer Vampirgeschichte, die den Spiegel ganz nah heranrückt.
  • Guibert, Hervé: Zytomegalievirus // Q // Anlässlich des 30. Todestages von Schriftsteller und Fotograf Hervé Guibert erschien im vergangenen Jahr im August Verlag erstmals dessen ästhetisiertes Protokoll „Zytomegalievirus. Krankenhaustagebuch“ in deutscher Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel. Ein kurzer Blick in ein schmales und doch wuchtiges Werk.
  • Heckler, Bernhard: Das Liebesleben der Pinguine // Q // Bernhard Hecklers Roman „Das Liebesleben der Pinguine“ hat neben tierischen Gastauftritten eine stringente, wenn auch wohl nicht primär auf Spannung ausgelegteHandlung zu bieten.
  • Helfer, Monika: Vati // Mit stillem Humor, eloquenter Lakonik und präziser Sprache erzählt Monika Helfer von ihrem „Vati“ und teils schmerzhaftem (Er)Leben und allem Absurden darin. Ein Buch mehr Fest als Frust.
  • Hirschl, Elias: Salonfähig // Perfektion ohne Moral; Inanspruchnahme ohne Gewissen. Eine böse, pointierte und schreiende Geschichte über den Glanz und das Funkeln von Flächen, Visionen und Blut. 
  • Hopf, Rinaldo & Ili Fedya (Hrsg.): Mein schwules Auge #16 / My Gay Eye #16 – Berlin Gay Metropolis Special // Q // Eine zeitlose und vielschichtige Geschichten- und Bildersammlung, die Kunst und Politik, Porno und Geist, Geschichte und Gegenwärtigkeit wunderbar verknüpft.
  • Isaka, Kotaro: Bullet Train // Ein japanischer Hochgeschwindigkeitszug mit fünf Killern, einer Geisel und einem Geldkoffer sind der Ausgangspunkt für Kotaro Isakas Thriller. Das ist über große Strecken spannend, absurd und humorvoll und bringt zumeist auch die vielen Handlungsstränge sauber zusammen.
  • Jedrowski, Tomasz: Im Wasser sind wir schwerelos // Q // Ein beeindruckendes, berührendes und bedeutendes Buch, das Liebe in einem zeitgeschichtlich aufgeladenen Kontext schildert und unaufdringlich große Fragen aufwirft.
  • John, Elnathan & Ònájin, Àlàbá: Lagos – Leben in Suburbia // Q // Eine Graphic-Novel-Soap-Opera? Das jedenfalls soll „Lagos – Leben in Suburbia“ von Elnathan John und Àlàbá Ònájin sein und die Elemente stimmen allemal. Dazu wird eine hintergründige Geschichte um Homofeindlichkeit, psychischen und physischen Missbrauch, Borniertheit, reichlich Lästereien und Hoffnung erzählt.
  • Jonas, Julia May: Vladimir // Q // Mit „Vladimir“ legt Julia May Jonas einen soliden Unterhaltungsroman über das Begehren einer Frau jenseits der 50 vor. Echtes Empowerment sexuell positiver Frauen sei es dann aber leider doch nicht, meint unsere Gastautorin kata_____lovic
  • Kapitelman, Dmitrij: Eine Formalie in Kiew // Katzenjammer in Kiew: Deutsche Bürokratie trifft auf das um Elemente der Korruption angereicherte Pendant in der Ukraine. Dmitrij Kapitelman erzählt von seinen Erfahrungen mit ukrainischen Behörden und Gesundheitseinrichtungen als er zuerst Eine Formalie in Kiew erledigt und sich anschließend um die Behandlung seines erkrankten Vaters kümmern muss. Eine Geschichte von Migration, Identität und so mancher Wahrheit.
  • Kim Hye-jin: Die Tochter // Q // Der erste in Deutschland veröffentlichte Roman der südkoreanischen Autorin erzählt die Geschichte einer, auch durch Homophobie, entfremdeten Mutter-Tochter-Beziehung. Baselballschlägerdidaktik und etliche Wiederholungen lassen die Erzählung jedoch sehr leiden.
  • King, Stephen: Später // Q // Mit „Später“ knüpft Stephen King an seine Coming-of-Age-Geschichten wie „Das Mädchen“ und „Stand By Me“ an. Leider reicht die neue Geschichte nicht an jene heran, unterhaltsam und charmant ist sie aber allemal.
  • Kracht, Christian: Eurotrash // Blut ist dicker als Wasser – selbst mit künstlichem Darmausgang. Christian Kracht erzählt in „Eurotrash“ einen Teil der Geschichte (s)einer Familie, indem sein Hauptcharakter dessen Mutter auf eine letzte Reise durch die Schweiz nimmt. Auch Unangenehmes wird dabei nicht ausgespart.
  • Kuhlendahl, Susanne: Der Tod in Venedig – Nach Thomas Mann // Q // Thomas Manns „Der Tod in Venedig“ als Graphic Novel – geht das? Geht. Sogar ziemlich stark und eindrücklich, wie die Illustratorin Susanne Kuhlendahl gezeigt hat.
  • Liesemer, Andrea und Dirk: Tage in Sorrent // „Tage in Sorrent“ von Andrea und Dirk Liesemer sieht Friedrich Nietzsche im Jahr 1876 auf Einladung Malwida von Meysenbugs eben dorthin reisen. Ein Buch, das in jeder Hinsicht funkelt.
  • Louis, Édouard: Das Ende von Eddy // Q // Die Parabel einer Befreiung.
  • Marfutova, Yulia: Der Himmel vor hundert Jahren // Russland vor hundert Jahren. Ein einfaches Leben, abgeschieden und idyllisch, aber dennoch nicht von der Außenwelt abgeschottet. Yulia Marfutova illustriert das einfache Leben in einer komplexen Welt in ihrem für den Deutschen Buchpreis 2021 nominierten Roman.
  • Mariani, Selene: Ellis // Q // Ein brillantes Romandebüt.
  • McQuiston, Casey: Royal Blue // Q // Es sollte wohl ein modernes Märchen, eine leicht eskapistische Geschichte mit realen Bezügen und uns nahen Charakteren sein. Der Realitätsbezug passt insofern, als dass das Buch besser aussieht, als es ist. Eine der Leseenttäuschungen des letzten Jahres.
  • Nałkowska, Zofia: Medaillons // Die Neuübersetzung von Zofia Nałkowskas Erinnerungsminiaturen „Medaillons“ besticht, bedrückt und beansprucht, auch weil Nałkowska mit präziser Sprache verschiedene Perspektiven erzählt.
  • Oforiatta Ayim, Nana: Wir Gotteskinder // Der Debütroman von Nana Oforiatta Ayim interessiert durch verspielte Vielschichtigkeit, beeindruckt durch emotionale Tiefe und fasziniert als kulturelles Lehrstück. 
  • Ònájin, Àlàbá & John, Elnathan: Lagos – Leben in Suburbia // Q // Eine Graphic-Novel-Soap-Opera? Das jedenfalls soll „Lagos – Leben in Suburbia“ von Elnathan John und Àlàbá Ònájin sein und die Elemente stimmen allemal. Dazu wird eine hintergründige Geschichte um Homofeindlichkeit, psychischen und physischen Missbrauch, Borniertheit, reichlich Lästereien und Hoffnung erzählt.
  • Oseman, Alice: Heartstopper, Vol. 1 // Q // Alle reden über Charlie, Nicholas und Co. – also über „Heartstopper“ – die Comics oder auch Graphic Novels und natürlich die Serie. Unser Rezensent hat seine Gedanken zum ersten Band genutzt um diesen Hype einmal semi-subjektiv zu betrachten.
  • Patjabbers: Vielleicht liebst du mich übermorgen – Toxische Gefühle // Q // Die sehr autobiografische Geschichte einer schwulen Jugend, der ersten Liebe und dem Risiko, sich selbst zu verlieren.
  • Peters, Torrey: Detransition, Baby // Q // Torrey Peters empfiehlt mit ihrem Roman das trans*Sein als neue Normalität.
  • Pines, Sarah: Damenbart // Tägliche Tristesse oder glorreiche Gegenwart? Sarah Pines beschreibt in ihrem ersten Geschichtenband manch trostlose Gegenwart, manch verblassende Erinnerung und manch farbenfrohe Hoffnung.
  • Pleschinski, Hans: Am Götterbaum // Q // Eine wunderbar wandernde Literatur-Satire mit historischem Hintergrund.
  • Poladjan, Katerina: Zukunftsmusik // Vieles ändert sich dieser Tage, es ist oft von „Zeitenwende“ die Rede. Der Roman von Katerina Poladjan erzählt anhand der Geschichte von vier sowjetischen Frauen in einer Kommunalka die Wende, die am 11. März 1985 durch den Amtsantritt Michail Gorbatschows eingeleitet wurde.
  • Purnell, Brontez: 100 Boyfriends // Q // Das Buch wartet mit zahlreichen Stories auf, die so universal und mitreißend sind, wie sie Gefühle in uns auslösen.
  • Rávik Strubel, Antje: Blaue Frau // Q // Eine Vergewaltigung macht etwas mit einem Menschen. Umso härter ist es, wenn – meist sie – mit sich und der Gesellschaft um Recht und Würde kämpfen muss. Antje Rávik Strubels Roman „Blaue Frau“ erzählt so eindringlich wie einfühlsam solch eine Geschichte und hat zurecht den Deutschen Buchpreis 2021 erhalten.
  • Rödel, Hannah & Berling, Laura Melina: Selma, Küsse, Kuddelmuddel // Q // Pubertät sucks und „wenn die Menschen sagen, die Jugend sei die schönste Zeit des Lebens, dann lügen sie“, heißt es im wunderbar bunten und heiter lehrreichen „Selma, Küsse, Kuddelmuddel“, das neben ganz alltäglichen Peinlichkeiten auch noch einen Krimi beinhaltet und viel über Selbstwert zu sagen weiß.
  • Rooney, Sally: Normale Menschen // Was ist normal? Und wer entscheidet darüber? Das wird in Sally Rooneys Roman „Normale Menschen“ zwar nicht beantwortet, wohl aber, wie „normal“ eine On-Off-Beziehung sein kann.
  • Russo, Richard: Sh*tshow // Eine doppelbödige Geschichte um Wahrnehmung, Wirklichkeit und das Entgleiten der eigenen Welt.
  • Sanyal, Mithu: Identitti // Q // Der für den Deutschen Buchpreis 2021 nominierte Roman macht so unterhaltsam und vielschichtig etwas greifbar, das allzu oft von Rändern instrumentalisiert wird: Identitätspolitik. Dabei dürfen wir sogar lachen.
  • Schmalz, Ferdinand: Mein Lieblingstier heißt Winter // Der für den Deutschen und Österreichischen Buchpreis 2021 nominierte Roman ist eine sprachlich spezielle Groteske, die ihren besonderen Reiz am Ende für eine überkonstruierte Handlung opfert.
  • Schreiber, Constantin: Die Kandidatin // Ein unterhaltsames Buch, das unter anderem als Beitrag zum ständigen Abwägen von Freiheiten und dem Ringen um Debattenformen verstanden werden und als geistesweckende Satire gelesen werden darf.
  • Silvera, Adam & Albertalli, Becky: Was ist mit uns? // Q // Vom Suchen, Finden und Halten der Liebe im New York des Gossip-Girl-Zeitalters.
  • Sinha, Shumona: Das russische Testament // Die russische Literatur verbindet Tania und Adel, die junge Bengalin und die Tochter des früheren Verlegers Lew Kljatschko. Shumona Sinha erzählt die Geschichte zweier Frauen, von Literatur und Sozialismus, von Perspektiven und Begrenzungen im Leben.
  • Statovci, Pajtim: Grenzgänge // Q // Die Suche nach der eigenen Identität geht oft mit einer Flucht einher. In seinem ersten auf Deutsch übersetzten Werk verknüpft der kosovarisch-finnische Autor Pajtim Statovci ganz wunderbar diese beiden Themen auf Basis eines transsexuellen Hauptcharakters.
  • Stephan, Dennis: Und in mir ein Ozean // Q // Ein Roman voller Schönheit über die Suche nach sich selbst und die Wucht des Lebens.
  • Strunk, Heinz: Es ist immer so schön mit dir // Strunks Roman erzählt von einer toxischen Beziehung, einem nicht gerade sympathischen Charakter und lädt an manchen Stellen zum Fremdschämen ein. Das Buch hat es nicht von der Long- auf die Shortlist des diesjährigen Buchpreises geschafft – eine gute Wahl.
  • Stuart, Scott: Mein Schatten ist PINK // Q // Ein warmes, buntes und lebendiges Bilderbuch, das nicht nur Kindern helfen kann sich zu akzeptieren und ebenso Akzeptanz zu lernen und zu leben, sondern sicherlich auch so einigen der älteren Semester dabei hilfreich sein kann.
  • Suah, Bae: Weiße Nacht // Traum und Realität verschwimmen oft. Und dennoch sehen wir häufig und mit großer Klarheit, was vor uns liegt, selbst wenn wir im Dunkeln tasten. Bae Suahs Roman erzählt die Geschichte von Ayami, einer jungen Koreanerin, die auch auf der Suche ist.
  • Tschechow, Anton: Frühlingsgefühle. Geschichten von der Liebe // Anton Tschechow kennt die Menschen und das Leben sehr genau, und beide haben ihn zum Satiriker werden lassen, was er uns in „Frühlingsgefühle. Geschichten von der Liebe“ grandios beweist.
  • Ulitzkaja, Ljudmila: Alissa kauft ihren Tod // Q // Ljudmila Ulitzkaja ist eine der profiliertesten Stimmen der russischen Intelligenzia gegen Putin und seinen Angriffskrieg. In ihrem neuen Buch „Alissa kauft sich den Tod“ versammelt sie nun eine Reihe von Erzählungen, die sich mit Frauen, dem Lebensende und der menschlichen Biologie befassen.
  • Ulitzkaja, Ljudmila: Eine Seuche in der Stadt // Nach einem Pestausbruch im stalinistischen Moskau setzt der Geheimdienst NKWD all seine Mittel in Bewegung, um die Infektionskette zu brechen. Ljudmila Ulitzkajas Theaterskript „Eine Seuche in der Stadt“ illustriert ganz wunderbar die Chancen und vor allem die Gefahren von totaler Überwachung. Angesichts von Corona könnte das nicht aktueller sein.
  • van Dijk, Lutz: Kampala – Hamburg. Roman einer Flucht // Q // Die fiktive, aber realistische Geschichte einer Flucht vor Homohass, Bigotterie und Gewalt aus Uganda – mit all ihren brutalen Schattenseiten.
  • Vollenweider, Nacha: Zurück in die Heimat // Q // Argentinien ist weit weg – und dorthin muss Nacha Vollenweiders Protagonistin nach dem Ende ihrer Ehe wieder zurück. In ihrer Graphic Novel nimmt sie uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit und die Zukunft und behandelt dabei noch so einige komplexe Themen unserer Zeit.
  • von Schirach, Ferdinand: GOTT – Ein Theaterstück // Das argumentative Theaterstück zum Thema Sterbehilfe.
  • Washington, Bryan: Lot. Geschichten einer Nachbarschaft // Q // Bryan Washington erweist sich in „Lot“ als ein großartiger Erzähler und erklärt uns in den „Geschichten einer Nachbarschaft“ das sozial prekäre Houston und die Magie der Verbundenheit, meint Publizistin Nora Eckert.
  • Wells, Benedict: Die Wahrheit über das Lügen – Zehn Geschichten aus zehn Jahren // Benedict Wells‘ Geschichtensammlung bietet sowohl leichte Unterhaltung als auch Geschichten, die zum Nachdenken anregen. Über das Leben, den Tod, Erfolg, Kunst und eine/n selbst.
  • Wurster, Maren: Papa stirbt, Mama auch // Abschied nehmen und sich erinnern gehen oft Hand in Hand – das wirft Fragen auf. Fragen zum aktuellen Handeln, aber auch Fragen an die eigene Geschichte. Maren Wurster hat einen hervorragenden literarischen Essay über ganz viel Leben geschrieben.
  • Zúñiga, Diego: Camanchaca // Im täglichen Stress haben wir oft zu wenig Zeit, um nachzudenken oder unsere Phantasie anzuregen. Diego Zúñigas Büchlein „Camanchaca“ lädt uns aber gerade dazu ein, denn es lässt unserer Phantasie in einer Geschichte um einen jungen, übergewichtigen Chilenen, der selbst in Gedanken schweift, freien Lauf.

Unser Schaffen für the little queer review macht neben viel Freude auch viel Arbeit. Und es kostet uns wortwörtlich Geld, denn weder Hosting noch ein Großteil der Bildnutzung oder dieses neuländische Internet sind für umme. Von unserer Arbeitstzeit ganz zu schweigen. Wenn ihr uns also neben Ideen und Feedback gern noch anderweitig unterstützen möchtet, dann könnt ihr das hier via Paypal, via hier via Ko-Fi oder durch ein Steady-Abo tun. Vielen Dank

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.