„‚Eintuppern‘ statt Wegschmeißen“

Der Schauspieler Ludwig Brix, geboren 1995 in Düsseldorf, aufgewachsen in Kaldenkirchen an der deutsch-niederländischen Grenze, dürfte spätestens seit diesem Frühjahr nicht mehr nur Theater-Aficionados (2019 begann er sein Erstengagement am Berliner GRIPS Theater, in der Spielzeit 2022/23 ist Ludwig als Gastschauspieler am Haus) ein Begriff sein. War er doch sowohl willkommener Neuzugang wie auch Lockerungsmoment in der zweiten Staffel von Benjamin Gutsches queerer Serie All You Need.

Bevor es ihn nach Berlin verschlug, studierte er Schauspiel an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz und übernahm 2017 die Rolle des Höppner in der von Charlotte Spenger inszenierten Premieren-Aufführung am Landestheater Linz von Bov Bjergs Auerhaus

Ludwig Brix zwischen Dreh und Permakultur // Foto: © Marcus Höhn

Doch nicht alles muss immer nur Berlin, Linz oder Düsseldorf sein, nein, nein: Ludwig Brix ist in der Nähe von Anklam ebenfalls am Project Will Cayton beteiligt. Dort wird versucht, ein gemeinschaftliches, horizontales Miteinander im besseren Einklang mit der Natur zu schaffen. Selbstverwaltend, nicht kommerziell und unter Berücksichtigung der Prinzipien der Permakultur [ein anderes kleines Projekt lässt sich übrigens auch auf der Landesgartenschau in Beelitz besichtigen, Anm. d. Red.] soll dort im Hinterland Mecklenburg-Vorpommerns ein Waldgarten entstehen und Leerstand entgegenwirkt werden.

Wie wichtig Ludwig Natur, Miteinander und eine faire Gesellschaft sind, das merken wir auch an den Antworten der 5 Fragen an… ihn. Lasst euch davon in die Woche tragen…

Welches Buch hat Dich zuletzt geprägt oder berührt?

Ludwig Brix: Ein Buch, das mich sehr geprägt hat: Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach [erschienen bei Bastei Lübbe, Anm. d. Red.], in dem es – kurz gesagt – um das Gedankenexperiment des Versuchs mit Geld unseren Planeten und damit die Menschheit zu retten, geht. Dieses Buch zu lesen, lässt einen globale Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Chancen erkennen – klärt auf, macht Wut und regt zum Denken und Handeln an. 

Welcher Film/welche Serie ist Dir deutlich in Erinnerung?

Ludwig Brix: Völlig unverhofft war ich in der Sneak-Preview von Abteil Nr. 6 von Juho Kuosmanen, einem finnischen Filmemacher. Wie gefesselt saß ich knapp zwei Stunden im Kinosessel, denn die Enge dieses Films überträgt sich ganz unmittelbar auf einen selbst und ich hatte zu keiner Zeit eine (richtige) Vorahnung, was als Nächstes passieren wird. Das war ein ziemlich packendes und klischeebefreites Kinoerlebnis, das ich gerne weiterempfehlen möchte. 

Gibt es auch was an Musik?

Ludwig Brix: Musik? Ouh ja: Immer! Wer den Song „Acid Love Story“ von MONKYMAN noch nicht kennt – bitte kurz aufhören zu lesen, anmachen und wirken lassen.

Was kommt Schönes auf den Teller, und was auf gar keinen Fall?

Ludwig Brix: Vegetarisch – zu 95 Prozent. Es gibt kaum eine Zutat oder ein Gericht, das ich so garnicht mag. Ich bin dankbar für die permanente Verfügbarkeit von nahrhaftem Essen und sauberem Trinkwasser! Dass knapp ein Drittel des Nahrungsmittelverbrauchs in Deutschland im Müll landet, (WWF, 2017) ist ein Verbrechen. Bewusstes Einkaufen, „Eintuppern“ statt Wegschmeißen und Apps wie TooGoodToGo können dabei helfen, dieser Lebensmittelverschwendung entgegen zu wirken.

Ein letzter Gedanke, der nicht fehlen darf?

Ludwig Brix: Be good, do good.

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