Butter bei die Irina

Als wir hier bei the little queer review das erste Mal über die 1991 in Köln geborene Rechtsanwältin Irina Schlauch berichteten, ging es gleichsam um ein erstes Mal: War sie doch die erste Princess Charming in der gleichnamigen und weltweit ersten lesbischen Dating-Show. Diese wurde im vergangenen Jahr zuerst auf RTL+ (das damals noch TVNOW hieß) und später und spät auf VOX gezeigt. 

„Mir ist bewusst, dass wir – lesbische Frauen – auch nur ein kleiner Teil einer großen und bunten Community sind. Aus diesem Grund freue ich mich umso mehr, dass wir nun die Möglichkeit haben, uns zeigen können – und dass wir einfach coole Frauen sind, nicht mehr und nicht weniger. Für mich ist es selbstverständlich, eine Frau zu sein, die auf Frauen steht, aber für viele ist Homosexualität noch keine Normalität.“

Irina Schlauch im Gespräch zur ersten Princess Charming-Staffel

Das sagte sie im Vorfeld der Sendung und nun, wir meinen dieser Satz gilt noch immer; inmitten der Pride Season (und der zweiten Season Princess Charming) nochmals mehr. Wie normal Homosexualität und lesbisches Leben sind, das zeigte Irina übrigens auch kürzlich im Pride Special des perfekten Promi-Dinners im Rahmen der Woche der Vielfalt, wo sie gegen Prince Charming Nicolas Puschmann, Drag Queen Candy Crash und Reality-Star Jessica Derucki antrat.

Das perfekte Promi-Dinner Pride Special: v. l. n. r. – Jessica Derucki, Irina Schlauch, Candy Crash und Nicolas Puschmann // Foto: © RTL+/Vox

Wobei „gegen“ wenig passend ist – die Sendung war ein wunderbares Miteinander, eine heitere Aufmunterung in weniger heiteren Zeiten voller schlicht unheimlich sympathischer Momente (wir sagen mal: Pizza bestellen geht immer…). Außerdem lernten wir Irina dort gemeinsam mit ihrer Partnerin, der Busenfreundin-Podcasterin Ricarda Hofmann kennen und es gab ein Wiedersehen mit Miri, was natürlich erst recht freut.

Apropos Wiedersehen – und bevor es zu den 5 Fragen an… Irina Schlauch geht – auf der Bühne könnt ihr Irina und Miri gemeinsam mit Ricarda im Rahmen des erfolgreichen Programms #LoveIsLive – Die Show über Liebe, Beziehungen und queeres Leben in diesem Jahr nach derzeitigem Stand noch in Dortmund, Köln und Bremen sehen. Termine und Tickets gibt es hier.*

Welches Buch hat Dich zuletzt geprägt?

Irina Schlauch: Das letzte Buch, das sich bei mir eingeprägt hat, ist Der Zopf von der Autorin Laetitia Colombani [erschienen bei S. Fischer Verlage, Anm. d. Red.]. Es geht um das Leben von drei starken Frauen, die auf jeweils anderen Kontinenten leben und deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnten. Man sollte keinen super feministischen Anspruch an den Roman haben, aber die Geschichten der drei Frauen machen trotzdem sehr deutlich, in welchen Bereichen Frauen auch heutzutage noch nicht gleichberechtigt sind. Ich habe das Buch gerne und schnell „weggelesen“.

Welcher Film/welche Serie ist Dir deutlich in Erinnerung?

Irina Schlauch: Die Netflix-Serie Heartstopper ist sehr süß gemacht und besonders für die junge queere Generation eine klare Empfehlung. Es werden auch gesellschaftliche Probleme von queeren Menschen thematisiert, z. B. Mobbing-Erfahrungen nach einem Coming Out. Aber die Erfahrungen werden zum Glück nicht – wie oft in anderen westlichen queeren Filmen oder Serien – überproblematisiert, sondern erscheinen mir sehr realistisch. Die Serie schafft es zudem, sehr gut zu übermitteln, was in einem queeren Jugendlichen während des inneren Coming Outs so vor sich geht. Ich konnte mich sehr gut damit identifizieren und musste auch das eine oder andere Mal vor Rührung weinen.   

Gibt es auch was an Musik?

Irina Schlauch: Ich höre oft die gleichen Lieder, weil ich es mag mitsingen zu können und mit manchen Liedern persönliche Erfahrungen verbinde. Je nach Stimmungslage, mache ich die dann an. Ich habe zum Beispiel eine Portugal-Playlist, die voll ist mit Liedern, die mich an das Meer und Surfen erinnern (z. B. Lieder von Ben Howard, Ziggy Alberts, Hollow Coves). Und ich liebe die Musik von Tracy Chapman – eine unfassbare Künstlerin mit einer wunderschönen Stimme.

Was kommt Schönes auf den Teller, und was auf gar keinen Fall?

Irina Schlauch: Ich bin sehr faul, was kochen angeht und gehe daher gerne essen (am liebsten Vietnamesisch). Wenn ich dann mal mit meiner Freundin koche, kommen meistens Currys oder Pasta auf den Teller – also alles, was schnell geht und die Gefahr nicht zu groß ist, es zu versemmeln. Gar nicht geht für mich Butter oder Margarine aufs Brot – ich bekomme davon Würgereize, weil ich es so ekelig finde.

Ein letzter Gedanke, der nicht fehlen darf?

Strahlend: Irina Schlauch // Foto: © Stefan Ditner

Irina Schlauch: Seid lieb zu euren Mitmenschen, hört ihnen zu und versucht sie so zu akzeptieren, wie sie sind. ☺

Ihr findet sowohl Das perfekte Promi-Dinner als auch alle bisher veröffentlichten Folgen von Princess Charming beim RTL+*.

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