Riccardo Simonetti mal 3 plus x

Beitragsbild: Riccardo Simonetti geht am Samstag 27. August 2022 auf Zeitreise in die 70er-Jahre // © WDR/Jan-Philipp Behr

Wir sparen es uns an dieser Stelle, zu erläutern, wer der 1993 in Bad Reichenhall geborene Entertainer, Autor – auch von Kinderbüchern – und seit 2021 LGBTQI*-Sonderbotschafter des Europäischen Parlaments Riccardo Simonetti eigentlich ist. Denn das wissen geneigte Leser*innen ohnehin. Immerhin hat ihn das Forbes-Magazin 2019 in die Liste der „30under30“ aufgenommen.

Was hingegen womöglich noch nicht alle wissen, ist, dass Simonetti sich vermehrfachen kann. Jedenfalls irgendwie so im übertragenen Sinne. So können Fans, Friends und solche, die es werden wollen ihn am kommenden Samstag, 30. Juli 2022, in der neuen Ausgabe von Hirschhausens Quiz des Menschen im Ersten sehen, in der es neben Freundschaft, Mentalismus und irgendwas mit Zukunft auch um unsere bunte und vielfältige Welt gehen wird.

So wie die Farben des Regenbogens

Dieser Regenbogen, so lässt uns auch die Pressemitteilung zur Sendung wissen, ist „seit über 40 Jahren das weltweite Zeichen für Toleranz, Aufklärung und Gleichberechtigung gegenüber Nicht-Heterosexuellen.“ Dass das ein wenig holpert, Toleranz mit Akzeptanz verwechselt wird und es wohl noch einiger Aufklärung bedarf bis Gleichberechtigung auch im Wortlaut ankommt, sei nun einmal dahingestellt. Jedenfalls stellt die Sendung die Frage: Was steckt eigentlich hinter den sieben Buchstaben der LGBTQIA+-Bewegung?

Gemeinsam im Rateteam bei „Hirschhausens Quiz des Menschen“: Guido Cantz, Sonya Kraus und Riccardo Simonetti (v. l. n. r.) // © WDR/Dirk Borm

Hier kommt Riccardo Simonetti mit seiner Expertise ins Spiel. Dass diese breitgefächert ist, verrät uns auch dieses Vorabstatement zur Sendung, bezugnehmend auf ein Coming Out mit 90:

„Ich habe mal eine sehr schöne Nachricht von einer Dame bekommen, die glaube ich schon über 90 Jahre alt war und die mich auch in einer Sendung über dieses Thema hat sprechen hören und dann gesagt hat: ‚Hey, ich bin eigentlich mein ganzes Leben lang lesbisch gewesen, aber war einfach nicht in der richtigen Zeit geboren und ich musste mich anpassen und habe mein ganzes Leben lang verleugnet, wer ich bin. Jetzt bin ich 90 und möchte die letzten Jahre, die ich auf dieser Welt habe, als die Person erleben, die ich wirklich war.‘ Ein Gespräch im Fernsehen hat sie dazu inspiriert, zu sich selbst zu stehen. Ich glaube, das ist so unglaublich kraftvoll und verdeutlicht, dass es nie zu spät ist, man selbst zu sein und dass man das in jedem Alter sein kann und dass man auch oft genug darüber sprechen muss, weil man nie weiß, wer gerade zuguckt und ob es vielleicht nur eine einzige Person ist, die dadurch den Mut findet, an sich selbst zu glauben und ihren Weg selbstbestimmt zu gehen. Dann war es das doch schon wert oder nicht?“

Legendär funky

Apropos 90: Ricarcdo ist seit einiger Zeit mit der Sendung Legendär präsent, die sich so eingehend wie unterhaltsam und bunt diversen Jahrzehnten widmet. Die 90er-Jahre gab es im Februar 2022 im WDR zu sehen (leider nicht in der Mediathek zu finden). Am 27. August 2022 bringen uns Sender und Riccardo um 20:15 Uhr mit Legendär – Unsere Helden der 70er. Eine Zeitreise mit Riccardo Simonetti zurück in das funky Jahrzehnt voller unausstehlich-schöner Muster. 

In dieser Ausgabe spricht er unter anderem auch mit Masha Sedgwick – über das Thema Abtreibungen, damals und heute und natürlich das legendäre Cover des politisch angehauchten People-Magazins STERN wird besprochen (nein, das ist keine Werbung für TERF Alice Schwarzer). Wir sind extrem gespannt auf die Sendung, die Teil einer sich intensivierenden Zusammenarbeit mit dem WDR ist.

Freude, Verantwortung und Stolz

Der Sender gab kürzlich bekannt, dass er gemeinsam mit Simonetti und Seapoint (die machen auch irgendwas mit Prinzessen und Prinzen…) eine fünfteilige Personalityshow für die ARD produzieren wird, die in der ARD-Mediathek, im Ersten und im WDR gezeigt werden soll. Ebenso wird für die Sendung mit der Maus (die der Kefir nicht so recht kannte) eine Lachgeschichte für 2023 umgesetzt werden.

Ein Simonetti uns zu unterhalten, zu verbinden und zu bilden… // © WDR/Annika Fußwinkel

In Statements zur Meldung freuen sich sowohl Riccardo Simonetti als auch Karin Kuhn, Leiterin des Programmbereichs Unterhaltung, Familie und Kinder beim WDR, über die erweiterte Zusammenarbeit. Simonetti etwa sei sehr dankbar, dass er Raum für Themen bekomme, für die er selber brenne und „die Personen, deren Geschichten ich spannend und bereichernd finde.“ Darüber hinaus sei solche eine Show eine große Verantwortung, der er natürlich so gut er könne, nachkommen wolle.

Karin Kuhn ihrerseits freue sich darüber, dass er ein Entertainer mit Herz und Humor sei, Generationen verbinde und es mit seiner sympathischen Art schaffe, dass Menschen neue Blickwinkel einnähmen. „Der WDR ist stolz, nach ‚Legendär‘ nun ein weiteres Format mit Riccardo Simonetti zu entwickeln“, schließt sie.

Wir alle sind gefragt

Hoffentlich macht das auch seine Mama Anna Simonetti stolz, mit der er gemeinsam im Goldmann Verlag im vergangenen Jahr das Buch Mama, ich bin schwul. Was mein Coming-out für uns bedeutete veröffentlichte, das wir in Kürze besprechen werden. Wir sind auf jeden Fall wahnsinnig gespannt; auch auf die ebenso angekündigte Legendär-Sendung unter dem Motto „Queens of Pop“. 

Und werden an diesem Samstag in der Tat einmal ausnahmsweise diese Hirschhausen-Situation anschauen, um die wir sonst einen Bogen machen, der beinahe unseren Schrittzähler sprengt. Weil wir es wichtig und richtig finden, was Riccardo Simonetti in einem weiteren Statement zur Sendung sagt, mit dem wir diesen Beitrag beschließen wollen:

„Mir ist es wichtig, Menschen zu vermitteln, dass wir alle davon profitieren, wenn wir eine Gesellschaft aktiv formen, die Platz für alle macht, die Raum für das Individuum hat und die Menschen nicht diskriminiert, nicht an den Rand drückt, nur weil sie vielleicht anders sind als die Person, die wir kennen. Und ich glaube, dass wir alle aktiv an so einer Gesellschaft mitarbeiten müssen und dass nicht nur den Betroffenen die Verantwortung dafür gegeben wird. Also nicht nur queere Menschen müssen sich für queere Rechte einsetzen, sondern wir alle müssen dafür sorgen, dass sich queere Menschen in der Gesellschaft wohlfühlen können.“

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