„When Life Gives You Lemons, Make Margaritas!“

In seinem Buch Queer as F*ck (das unser Herausgeber Hans in einem Gastbeitrag für Elementares Lesen rezensiert hat) setzt sich der 1978 in Lahn-Gießen, Hessen, geborene Moderator, Schauspieler und Autor Jochen Schropp unter anderem mit der Diskriminierung der queeren Community auseinander. Auch wenn das Interesse Nicht-Homosexueller an queerem Leben vielfach verständlich ist, gibt es Fragen, die doch oft verletzend und sehr intim sind („Wer ist denn bei euch der Mann/die Frau?“). Hierzu ein kurzes Zitat aus seinem Buch:

„Manche werden sich jetzt vielleicht denken: Was fragt man Homosexuelle denn dann? Ganz einfach: Genau die gleichen Dinge, die man auch heterosexuelle Menschen fragen würde!“

Jochen Schropp in Queer as F*ck, Seite 100

Das haben wir uns zu Herzen genommen und Jochen Schropp sowie einige andere bekannte Gesichter nach verschiedenen Dingen gefragt, die wir unabhängig von ihrer Sexualität allen Menschen stellen könnten. Bis auf Weiteres wollen wir euch immer montags eine Person und ihre Empfehlungen vorstellen – und beginnen natürlich mit Jochen Schropp.

Welches Buch hat Dich zuletzt geprägt?

Jochen Schropp: Trevor Noahs Born A Crime – Geschichten über seine Kindheit in Südafrika, zusätzlich mit vielen geschichtlichen Details. Ich reise selbst seit Jahren nach Kapstadt, habe dort ein kleines Häuschen und auch dort geheiratet und habe doch wahnsinnig viel durch das Buch dazu gelernt, das ich vorher nicht wusste. 

Welcher Film/welche Serie ist Dir deutlich in Erinnerung?

Jochen Schropp // Foto: privat

Jochen Schropp: Ich schreibe seit mehreren Jahren eine Serienkolumne für Gala, daher schaue ich viel und bin ein absoluter Serienjunkie. Um mich nicht auf eine Serie beschränken zu müssen, würde ich mich für die Werke von Russell T Davies entscheiden. Er hat damals die britische Serie Queer As Folk kreiert, aus der mittlerweile zwei US-Adaptionen entstanden sind, die dem Original aber nicht das Wasser reichen können. Außerdem hat mich Years and Years sehr zum Nachdenken angeregt und It’s a Sin über London in den 80ern zur AIDS-Krise hat mich sehr berührt. Er hat noch einige andere queere Serien geschrieben, die mich begeistern: Cucumber, Banana, Tofu oder A Very English Scandal. Er schafft es, gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen, die manchmal weh tun, erzählt sie aber immer so, dass es Hoffnung gibt.

Gibt es auch was an Musik?

Jochen Schropp: Ich sage immer, ich habe den Musikgeschmack eines Teenagers vor 10 Jahren. Ist nicht gelogen. Ich mag es poppig – am liebsten die Katys und Taylors, aber auch Sigrid oder Mimi Webb. Da ich in England Schauspiel studiert habe, und der Musicalzweig dort sehr ausgeprägt war, liebe ich Musik von Stephen Sondheim. Bei den Musicals Rent oder Dear Evan Hansen weine ich auch gerne mal in den Vorstellungen durch. Ich liebe es, wenn mich Musik zum Weinen bringt. Überhaupt finde ich weinen unheimlich befreiend. 

Was kommt Schönes auf den Teller, und was auf gar keinen Fall?

Jochen Schropp: Auch wenn ich versuche, viel Gemüse und abwechslungsreich zu essen, so kann ich einer guten Pizza selten widerstehen. Überhaupt liebe ich die italienische, mexikanische und die Levante Küche. Griechisch geht auch immer, wenn es mal wieder Fleisch oder Fisch sein darf. Was gar nicht geht: rohe Zwiebeln, Mett und das typische deutsche Abendbrot. Ich bin eher ein Warm-Esser.

Ein letzter Gedanke, der nicht fehlen darf?

Jochen Schropp: When Life Gives You Lemons, Make Margaritas!

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