Die Kraft der Imagination 

Seit nunmehr etwas länger als drei Wochen beschäftigt uns der völkerrechtswidrige Angriffskrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putins, seiner Männer-Clique und Teilen des Landes auf die Ukraine. Gestern erst untermauerte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer treffenden Rede, nicht frei von gerechter Anklage und flammendem Appell, die dramatische Lage der Ukraine, in die sie nicht zuletzt auch durch eine gewisse blinde Ignoranz des Westens getrieben wurde.

Den richtigen Stimmen lauschen

Dazu gesellen sich die Stimmen jener Pisser:innen, die immerfort behaupten, die Ukraine solle sich ergeben und so Leben retten; außerdem, der Putin – im Grunde habe er doch recht, wenn er nur verstanden werden wolle. Puuuuhhh! Dann doch lieber anderen Stimmen das Gehör schenken. Wie jener des Sängers und Songwriters MKSM, wie wir es hier schon öfter getan haben.

Dieser hat nun nämlich, in einer Zusammenarbeit mit Milch Musik aka Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange, den legendären Protest- und Friedenssong „Imagine“ von John Lennon in einer neuen, getragenen, reflexiv klingenden und berührenden Version aufgenommen. Dabei hat der selbstverständlich offen schwule Sänger, der im letzten Jahr mit einer Pride-Tour durch Deutschland tingelte, einen ganz persönlichen Bezug zu dieser kriegerischen Auseinandersetzung.

Musik und Engagement

Als russischer Spätaussiedler ist MKSM, Maksim, in der Ost-Ukraine aufgewachsen (das Beitragsbild zeigt den Künstler am Tag seiner Einschulung in der Ukraine), später ging es für ihn über Frankfurt am Main und London nach Berlin. Ein langer Weg, der sich auch immer wieder in seiner Musik niederschlägt.

„Ich habe acht Jahre meines Lebens in Debalzewe verbracht (in der Nähe von Donezk) – den ersten Geigenunterricht, die ersten Musikschul-Auftritte, die ersten Schuljahre habe ich dort erlebt. Ein kleiner Teil meiner Familie lebt immer noch in der Ukraine. Und auch wenn ich seit unserem Umzug nach Deutschland nicht mehr vor Ort war, gehen mir diese Bilder extrem nah.“

MKSM
MKSM // Foto: © Johannes Polte

Zuletzt fiel MKSM, der seine Musik immer auch mit gesellschaftlichem Engagement und dem Einsatz für die LGBTQ*-Community verknüpft, gemeinsam mit LEOPOLD mit dem Pride-Song „Love in the Dark“ auf, mit dem die beiden Künstler die Kampagne I AM NOT AN IDEOLOGY – ins Leben gerufen von der Initiative Enough is Enough! und Fundacja Równość – unterstützten. Ihr findet ihn genau wie „Imagine“ noch immer in unserer QUEER SOUNDS-Spotify-Playlist. Mit neuen Songs dürfen wir pünktlich zur 2022er-Pride Season rechnen.

Ähnlich wie es die Edition Salzgeber mit den aus dem Streaming des Films Donbass generierten Einnahmen macht, werden auch ALLE Einnahmen von „Imagine“ an die Spendenaktion „Queere Nothilfe Ukraine“ gegeben. Welchen Grund bräuchte es also noch, sich den Song zu besorgen? Genau. 

Eure queer-reviewer 

Unser Schaffen für the little queer review macht neben viel Freude auch viel Arbeit. Und es kostet uns wortwörtlich Geld, denn weder Hosting noch ein Großteil der Bildnutzung oder dieses neuländische Internet sind für umme. Von unserer Arbeitstzeit ganz zu schweigen. Wenn ihr uns also neben Ideen und Feedback gern noch anderweitig unterstützen möchtet, dann könnt ihr das hier via Paypal, via hier via Ko-Fi oder durch ein Steady-Abo tun. Vielen Dank!

About the author

Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.