Kneipe und Köpfchen

„Umtriebig“ ist wohl ein Wort, mit dem der Sänger und Songwriter MKSM, laut Queer BILD der immerhin meistgebuchte CSD-Act 2023, ziemlich gut beschrieben ist. Gefühlt vergeht kaum eine Woche, in der wir nicht irgendwas Neues von ihm hören, sehen oder lesen. Ganz so ist es natürlich nicht. Doch eine gewisse Rastlosigkeit, im Englischen würden wir sagen „he‘s always hustling“, ist deutlich spürbar.

Aller musikalischen Dinge sind drei…

So ist etwa vor Kurzem die mittlerweile dritte EP des in Russland geborenen, teils in der Ukraine aufgewachsenen und nun seit geraumer Zeit in Deutschland lebenden Musikers erschienen. Erneut beim Label Milch Musik, das von Peter Plate und Ulf Leo Sommer betrieben wird. Fans von MKSM sowie Freund*innen queerer Popmusik dürften die meisten der fünf Tracks bereits kenen, wurden sie doch schon im Vorfeld veröffentlicht.

MKSM live bei einem seiner vielen Auftritte // Foto: © Liss Eulenherz

Loving Myself“ etwa galt vielen als eine der queeren Hymnen des Sommers, der Pride Season, ja des Jahres 2023. Im sehenswerten Musikvideo wurde MKSM unter anderem von Jochen Schropp, Brix Schaumburg oder Sabine „Bine“ Krutschinna unterstützt, die ausdrückten, wie sie zu sich selbst und zur Selbstliebe fanden.

Ready… or not?!

Um Liebe geht es auch im titelgebenden Header-Song der neuen EP „READY“. Der Song mit einem eingängigen Drum‘n‘Bass-Beat und wie so oft von MKSM selbst eingespielten Geigenklängen könnte allerdings auch „Not Ready“ heißen, denn es geht um das friedliche Ende einer schwulen Liebesgeschichte – denn einer ist hier noch nicht so weit.

Dies drückt sich im Song und Musikvideo in einem inneren Monolog sowie einem ehrlichen Gespräch mit dem Ex-Partner, verkörpert vom queeren Comedian und Schauspieler Philipp Leinenbach (kürzlich übrigens in der Sendungsreihe 13 Fragen mit Jo Schück zum Thema „Grenzenloser Spaß – Darf Humor alles?“ zu sehen gewesen) aus. Das Gespräch führen sie in der urigen Berliner Kneipe GOLDENER LÖFFEL in der Kantstraße, dabei immer mal wieder auf einen alten Röhrenfernseher blickend, der Herbstmomente im Halensee wiedergibt.

Queere Vielfalt mit Schwachstelle

Ein feiner Song und erstaunlich erbaulich für eine Trennungsnummer und dazu wunderbar retro. Melancholischer wird es bei „The Last One“, der perfekt zum aktuellen Wetter passt und uns zeigt, das MKSM auch die ganz ruhigen Tönen zu nutzen weiß. „Used to Do“ ist recht klassich-moderner Pop mit allerlei Spielereien, die an mancher Stelle an einen früheren Troye Sivan erinnern mögen. „Breaking My Rules“ ist für uns der schwächste Song der „READY“-EP, wirkt beinahe ein wenig aus der Zeit gefallen und fügt sich nicht so recht zum Rest.

Den Abschluss bildet dann der erwähnte, starke, queere Empowerment-Song „Loving Myself“, der Hörer*innen oben auf in die weite Welt entlässt. Oder mensch hört‘s eben noch einmal – was über diverse Portale möglich ist.

QR

PS: Das nächste Mal live erleben könnt ihr MKSM beim QUEER CHRISTMAS CHARITY EVENT in Bergisch Gladbach. Termine findet ihr jederzeit auf seiner Homepage.

Unser Schaffen für the little queer review macht neben viel Freude auch viel Arbeit. Und es kostet uns wortwörtlich Geld, denn weder Hosting noch ein Großteil der Bildnutzung oder dieses neuländische Internet sind für umme. Von unserer Arbeitszeit ganz zu schweigen. Wenn ihr uns also neben Ideen und Feedback gern noch anderweitig unterstützen möchtet, dann könnt ihr das hier via Paypal, via hier via Ko-Fi oder durch ein Steady-Abo tun – oder ihr schaut in unseren Shop. Vielen Dank!

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert