Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Volker Beck erstattet Anzeige gegen Verschwörungsmythiker Attila Hildmann

0

Zuletzt aktualisiert am 15/07/2020

Es ist nun seit geraumer Zeit bekannt, dass der Porsche mit Ledersitz fahrende, vormals als Vegan-Guru gefeierte, Attila Hildmann die Corona-Situation nutzt, um krude Verschwörungsmythen, natürlich gepaart mit antisemitischen Aussagen, Angriffen auf Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bill Gates und Warnungen vor der „Impflobby“, in die Welt zu setzen. Das ganze völlig öffentlich u. a. via Twitter und Telegram. Das führte auch zu Ermittlungen des brandenburgischen Staatsschutzes.

Nun hat Hildmann sein Wirkspektrum erweitert und sich den ehemaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten (1994 bis 2017) Volker Beck als Ziel auserkoren. Hildmann schrieb am Sonntag auf seinem Telegram-Kanal: „Für Beck würde ich als zukünftiger Reichskanzler wieder die Todesstrafe durch Eier-Treten auf öffentlichem Platz einführen.“

Aufmerksam darauf machte via Twitter auch der Berliner Staatssekretär für Arbeit und Soziales, Alexander Fischer (Die Linke), als er schrieb: „Das hier ist eine Todesdrohung gegen Volker Beck, die der Nazi Atilla Hildmann gestern Abend an 66.000 Menschen auf seinem Telegram-Kanal geschickt hat. Und wir sollten das ernst nehmen.“

Volker Beck, als offen schwul lebender, immer wieder den Antisemitismus anprangernder Freund Israels, ohnehin gern Zielscheibe für beleidigende und teilweise bedrohende Wort-Attacken von extremen politischen Gegnern und Verschwörungsmythikern, schien sich zuerst nicht ganz sicher, ob Hildmanns Aussage echt oder doch fake sei: „Ist diese Morddrohung/-phantasie von diesem durchgeknallten Veggie-Koch oder ist das Fake?“

Wie es scheint, war sich der ehemalige Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe dann aber doch zügig sicher. So antworte er am Montagnachmittag auf die Frage eines Twitter-Nutzers, ob er Hildmann bereits angezeigt habe, kurz und knapp: „Done.“

Hildmann rudert inzwischen zurück, er sehe in seiner Nachricht keine Morddrohung und sei „gesprächsbereit“, schrieb er laut einem Bericht der Berliner Zeitung bei Telegram.

Antisemitische Verschwörungsmythen und verbale sowie körperliche Angriffe auf Juden nehmen seit geraumer Zeit zu. Verstärkt wird die Verbreitung von Mythen durch die gekonnte Einbeziehung sozialer Medien oder auch dem sogenannten Zoom-Bombing. Erst vor zwei Wochen wurde das Kompetenznetzwerk Antisemitismus offiziell vorgestellt. Dort bündelt man Kenntnisse und Fähigkeiten von fünf verschiedenen Organisationen, um effektiver gegen Antisemitismus und Übergriffe vorgehen zu können.

AS

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.