Zielscheibe: Herz (mit etwas Schmerz)

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Warnung: Spoiler zu allen bereits auf TVNOW verfügbaren Folgen von Princess Charming.

Beitragsbild: Princess Irina und Elsa genießen Zweisamkeit beim Doppeldate // © TVNOW

Hui, das ging schnell – schon am kommenden Dienstag geht es bei Princess Charming, der weltweit ersten lesbischen Dating-Show, auf TVNOW ins grohohohooße Finale. In unserem letzten Text zur fünften Folge aka Quasi-Halbzeit haben wir uns über die natürliche Offenheit der Sendung gefreut, über Saskia geärgert (und ihren Ausstieg gefreut), waren von Kati genervt und haben es ganz spoilerfrei bedauert, dass Johanna gehen musste. Auch in den folgenden drei Folgen gab es so manches zum Freuen und einiges zum Ärgern.

Ende mit den falschen Flirts?

Zunächst einmal ist es gut, dass Princess Irina in der sechsten Folge dann auch Iry, die, wie wir wissen, großes Interesse an Saskia hatte, aber irgendwie dachte Irina an der Nase herumführen zu können, nach Hause geschickt hat. Ähnlich auch, wie wir vermutet hatten, blühte Bine hingegen förmlich auf, nachdem sie unter Saskia einen Strich gemacht und sich endlich ganz auf das Werben um die Princess eingelassen hatte. Wir haben hier tatsächlich das Gefühl gehabt, dass Bine und Irina ein „Perfect Match“ sein könnten, um uns mal der Worte einer anderen TVNOW-Produktion zu bedienen. Irina war hin- und hergerissen, sagte ihr Kopf doch, bei Bine passe alles, aber das Herz, ja, das Herz, das will, was es will, und weiß es manchmal nicht so recht. Somit endete die achte Folge für jene, die Bine und Irina ihre Verbindung im Finale weiter ausbauen sahen, dann eher tragisch.

Princess Irina (m.) lädt Katie, Wiki, Gea, Bine und Elsa in Folge 6 zum Gruppendate ein // © TVNOW

Sehr heiter und wieder im besten Sinne aufklärerisch lief es dafür noch beim Gruppendate (mit Elsa, Wiki, Kati, Gea und Bine) in Folge sechs, in dem es mit Vulva-Cupcakes um eben diese, um sexuelle Befriedigung, Toys, Orgasmen und alles Mögliche ging (auch da glänzte Bine mit Fingerfertigkeit in den Confessionals). An dieses schloss sich ein grundsätzliches nettes Kreiere-Deinen-eigenen-Duft-Einzeldate mit Kati an, das aber wieder so voller Kati-spielt-Kaaaaattiiii!!!! war, dass es auch Irina zunehmend an die Eierstöcke ging und sie nicht nur sichtlich genervt wurde, sondern es auch immer mal wieder betonte. Auch bei der Ladies Night in der Villa kam sie nochmals darauf, aber irgendwie, ja irgendwie, kam das bei Kati nicht an. 

Sie bekam aber eine Möglichkeit sich zu verändern, gehen mussten am Ende der sechsten Folge nämlich Iry (endlich), Sarina und Wiki verkündete selber gehen zu wollen. Vermutlich aber hat Kati bereits mitbekommen, dass es das nun auch bald für sie gewesen sein könnte, denn in Folge sieben setzte sie dem Ganzen so hart die Krone auf! Bei eigentlich ausgelassener Stimmung im Lauf einer semi-wilden Poolparty drückte sie Irina einen langen und, wie nicht nur die meisten Mädels in der Villa auf Kreta fanden, schon recht übergriffigen Kuss auf. Das zu sehen fühlte sich extrem unangenehm an, wir spürten förmlich wie unwohl sich alle und vor allem Irina dabei fühlte – big cringe.

Bei der Diskussion darum sah Kati nichts Falsches oder Doofes an der Sache: So sei sie halt. Wir meinen aber, dass sie durchaus mitbekam, dass das alles etwas drüber war, aber lieber den Einsatz verdoppelte, als den Fehler zuzugeben. Also blieb sie in ihrer Rolle. Die Quittung gab es kurz danach und Kati musste ihre Kette abgeben, hinterließ dafür einen verzickten Kommentar im Confessional. Ebenfalls gehen musste am Ende der siebten Folge leider Gea, eine Person, die wir sehr ins Herz geschlossen hatten (die wir allerdings auch nicht an Irinas Seite sahen).

Mehr Küsse…

Geküsst wurde zuvor aber noch viel mehr. Bevor es darum ging, wer geht und wer bleibt, knutschte Irina mit allen Kandidat*innen rum (außer Kati, aber die holte sich ihren Kuss dann ja noch…) Und noch ein wenig früher: Während Bine auf einem sehr feinen und romantischen Einzeldate mit Irina war – diverse Küsse inklusive – feierten die in der Villa verbliebenen (Kati, Gea, Miri, Lou, Elsa) eine feucht-fröhliche Whirlpool-Party, während derer die zuweilen wilde Elsa einmal alle ordentlich küsste, was einen weit einvernehmlicheren Eindruck machte als der zuvor erwähnten Kati-Irina-Kuss.

Paaaaarrrrteeeeeyyy!! Elsa, Kati, Lou, Gea und Miri’s Hinterkopf (Folge 7) // © TVNOW

Natürlich gab es aber danach die Debatte – kein großes Ding, war ja nur Party-Spaß, müssen wir Irina nicht sagen, sonst wirkt es komisch. Oder doch? Nein, ist ja nichts. Aber vielleicht doch (vor allem Miri)? So sah es für uns Zuschauer*innen dann doch irgendwie so aus, als hätten die fünf doch das Gefühl, sich irgendwie „schuldig“ gemacht zu haben. Wir sind unsicher. Also nee – ihr habt nichts Falsches gemacht, alles fein. Sowas passiert in Whirlpools, wenn so viele junge und auch sexuell aktive Menschen lange aufeinander sind, es ist Sonne, Alkohol und Spaß. Ein wenig heikler wird es allerdings, wenn so lange hin und her überlegt wird, welchen Wert das nun doch haben könnte. Damit lädt man die ganze Sache nämlich doch mit ordentlich Bedeutung auf, die sie im Grunde gar nicht wirklich hat. 

Außer vielleicht jener, dass die Frage gestellt werden könnte, ob Elsa wirklich zu Irina passt. Wir werden das Gefühl nicht los, das Elsa eine kleine Playerin ist. Was nicht wild ist, aber schwierig werden könnte, wenn Irina es doch sortierter und vermutlich monogam sucht?! Darüber hinaus meinen wir, es hätte Irina ruhig erzählt werden können. Bestenfalls hätte sie drüber gelacht, schlimmstenfalls hätte sie gesagt: Fickt euch doch alle! So oder so – mitbekommen wird sie es ja ohnehin, oder?! 

…mehr verhinderte Probleme 

Ebenso hätte sie es sicherlich mitbekommen, dass Bine anfangs auch ein wenig zu begeistert von Saskia war und nie die Chance genutzt hat, es ihr einmal zu erzählen (die sich beispielsweise bot, als Irina fragte, warum denn Bine so lange brauchte, um wirklich mitzumachen). Das hätte natürlich nach dem Ende der Show noch für ordentlich Zündstoff sorgen können. Der übrigens ansonsten erstaunlich wenig vorhanden ist, fast jeder Konflikt wird extrem zivil und in einem harmonischen Miteinander ausgetragen. Das ist für Reality-TV ohnehin einigermaßen erstaunlich, noch erstaunlicher ist es aber, dass es dennoch zumeist sehr unterhaltsam zugeht.

Bine, Princess Irina und Elsa beim actionreichen und nassforschen Date in Folge 8 // © TVNOW

Oder vielleicht auch gerade deswegen. Denn so ist es so, dass wir hier mit den Personen, die um Irinas Aufmerksamkeit und mittlerweile wohl tatsächlich um ihr Herz kämpfen, mitfühlen. Es macht den Eindruck, als seien hier Freundschaften entstanden, als würden zumindest einige der Beteiligten sich wirklich für das Leben der anderen interessieren. Zwischenmenschlich geht hier also in der Tat einiges und das ist schon sehr schön anzusehen. 

So geht es also nun in der kommenden Woche – nach Doppeldates mit Einzelmomenten in Folge acht (hier merkte man übrigens stark, wie sehr Miri bereits in der von ihr gefürchteten Friend-Zone ist und wunderte sich, dass sie das nicht mitbekam) – mit Elsa und Lou ins Finale, vor allem Elsa sah sich bereits länger als Favoritin. Zuletzt ein wenig unsicherer zu sein, tat ihr womöglich auch mal ganz gut. Wir sind gespannt und finden es interessant, dass sich Irina mit Elsa a) für ihr Herz entschied, meinte sie doch, dass ihr sonst vieles in ihr sagt „Achtung!“ und b) mit ihr und Lou nun zwei doch etwas jüngere Kandidatinnen gewählt hat. Das aber nur als Randnotiz.

Wir sind arg gespannt und freuen uns auf ein unterhaltsames und emotionales Finale!

Eure queer-reviewer

Die ersten acht Folgen von Princess Charming sind auf TVNOW verfügbar, neue Folgen jeweils dienstags. 

Übrigens, wir schrieben es neulich schon: TVNOW hat bei der Produktionsfirma Seapoint Productions eine zweite Staffel in Auftrag gegeben zu haben. Wenn ihr Bock drauf habt, könnt ihr euch hier bewerben.

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