Die Queerness schlägt zurück

Der Pride Month neigt sich gerade dem Ende entgegen, die Pride Saison läuft zwar noch etwas und mit ihr auch beispielsweise rbb Queer, doch dass wir überall die Farben unserer LGBTQ*-Community sehen – nun ja, das dürfte wohl wieder etwas abnehmen. Dafür gibt’s schon wunderbare Nachrichten von Netflix. Ab dem 2. September ist dort die zehnteilige animierte Comedyserie Q-Force zu sehen, in der es um queere Geheimagent*innen geht. Wir haben erste Infos und den englischsprachigen Trailer!

Ein geniales Team wider dem Mainstream

Laut Netflix wird sich die Serie um den Agenten Steve Maryweather, alias Agent Mary, drehen, der einst der Vorzeigeagent der American Intelligence Agency (AIA) gewesen war, bis herauskam, dass der schwul ist. Die AIA konnte ihn jedoch nicht entlassen, also versetzte man ihn nach West Hollywood, um ihn dort versauern zu lassen. Er denkt jedoch gar nicht daran und stellt ein eigenes, schräges Team zusammen (nein, es wird keine weitere Variante der Real Housewives…). Zu „seinen“ LGBTQ*-Genies zählen die begnadete Mechanikerin Deb, die Drag- und Verwandlungskünstlerin Twink und die Hackerin Stat. Zusammen sind sie die Q-Force.

Q-Force: Wanda Sykes als DEB, Sean Hayes als Agent MARY, Matt Rogers als TWINK, Patti Harrison als STAT und David Harbour als BUCK // © NETFLIX, 2021

Ein Jahrzehnt muss die Truppe jedoch ausharren, da die AIA der Q-Force keine Aufträge zuweist. Erst als Mary und Team auf eigene Faust einen Fall lösen werden sie von der Agency anerkannt und offiziell zu aktiven Geheimagent*innen ernannt. Nichts kommt jedoch ohne einen Preis: Sie müssen von nun an mit einem neuen Mitglied in ihrer Gruppe klarkommen – Agent Buck. Und der ist hetero. 

Die Zeichentrickserie Q-Force, die zur Kategorie Adult Animated Comedy gezählt werden kann, also eher weniger für Kinder gedacht ist, wird zu den ersten gehören, die einen primär queeren Cast haben. Sowohl was die Sprecher*innen als auch die Rollen als solche betrifft. Agent Mary wird von Sean Hayes verkörpert, den wir als Jack McFarland aus Will & Grace bestens im Gedächtnis haben dürften und der die neue Serie mitentwickelt hat. Hackerin Stat wird von der Schauspielerin und Transaktivistin Patti Harrison gesprochen; Twink von Matt Rogers und Deb von der Ikone Wanda Sykes. 

Wird die deutsche Synchronisation queer sein?

Als Hardcore-Hetero-Leiter der Agentur Dick Chunley (*hust*) konnte Gary Cole (Veep, The Good Fight) gewonnen werden; Laurie Metcalf spricht die stellvertretende Direktorin der AIA und als Agent Buck dürfen wir uns im englischen Original auf die Stimme von David Harbour freuen. Informationen darüber, wer in der deutschen Synchronisation sprechen wird, gibt es noch keine. Aber dank #ActOut und auch des Coming-outs von Jannik Schümann und anderen kann das sicherlich ebenso queer werden wie im Original.

Der Trailer verspricht jedenfalls unserer Meinung nach eine tolle Mischung aus Spaß, Action, derbem aber nicht geschmacklosem Witz und solide bunter Verrücktheit. Auch werden dort überdrehte Witze mit queerem Sound gerissen und nicht Witze von heterosexuellen Menschen, die sich vorstellen, wie wir da so reden könnten. Q-Force könnte also durchaus eine amüsant grenzverschiebende Nummer sein. Dass wir diese dann auch nicht bierernst interpretieren sollten, ist wünschenswert. 

Erdacht wurde die Serie neben Hayes auch von Michael Schur, der uns so wunderbare Dinge wie Parks and Recreation und Brooklyn Nine-Nine brachte. Als Chef-Autor der Episoden fungiert Gabe Liedman, der auch an Pen15 und Broad City beteiligt war und in Q-Force die Rolle von Benji (ein Name, der schon einmal gut klingt…) sprechen wird, einer Figur die wohl Interesse an Agent Mary hat. 

Wir freuen uns und sind gespannt auf den 2. September, wenn Q-Force dann auf Netflix zu sehen sein wird.

Eure queer-reviewer

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