Prinzen-Rolle, die Dritte

Beitragsbild: „Kandidaten – ich bin euer Vater.“ Ganz so schlimm ist es dann nicht, was Kim den Kandidaten zu verkünden hat. // © TVNOW

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Es geht wieder los: Die dritte Staffel der beliebten schwulen Dating-Show Prince Charming ist am Dienstag auf TVNOW gestartet. Prinz Kim Tränka, 31-jähriger Automobilkaufmann aus Bremen, sucht nun unter 18 Kerlen sein passendes Pendant. Vor kurzem haben wir euch den Prinzen und auch die Kandidaten vorgestellt und mehrmals unsere Vorfreude, aber auch Skepsis kundgetan (genauso wie der Fiete & Kefir). Hatte uns doch die erste Staffel mit Prinz Nicolas Puschmann vollkommen geflasht und sich zurecht einen Grimme-Preis abgeholt, war die zweite eher so ein großes Lala und teilweise gar ärgerlich. 

Außerdem ist natürlich die Erfahrung einer vollkommen faszinierenden und großartigen ersten Staffel Princess Charming, die erst vor wenigen Wochen endete, recht frisch. Direkte Vergleiche verbieten sich natürlich, dennoch kommt mensch sicher nicht umhin, mal zu denken „Aber das war doch früher einmal besser…“ Was nun die Auftaktfolge der neuen Prince Charming-Staffel angeht: Sie hat gefallen, interessiert und war in der Tat größtenteils recht charmant.

Großer Mann, grohohohoßes Geheimnis

Das lag zum einen an einer recht natürlichen Präsenz des Prinzen, der, gemäß seiner Rolle, auch für uns Zuschauende zwar noch ein wenig mit seiner Rätselhaftigkeit kokettiert, dabei aber nicht wie eine effektheischernde Sturzgeburt einer Redakteurin oder eines Redakteurs wirkt. Er ist quasi auf selbstbewusste Sympathie gepaart mit zurückhaltender Höflichkeit gecastet. Das fügt sich recht gut. Vor allem als der große Clou um den großen Mann (Kim ist 1,96 m) im Haus funktionieren soll: Er zieht erst einmal inkognito mit den anderen Kandidaten ein. Like, WTF?!?

V.l.: Kevin, Prince Kim, Flo, Bon, Manfred, Jean-Cedric, Max und Robin // © TVNOW

Das bietet durchaus ein paar witzige Momente, zumal sich einige der Männer prompt für den vermeintlichen Co-Kandidaten begeistern. Großer, blonder Mann eben (nur einer nicht, dazu später mehr). In den Confessionals geben beinahe alle zu, ganz begeistert vom Kandidaten Kim zu sein und man könne ja auch untereinander und so. Das mag von TVNOW entsprechend zusammengeschnürt worden sein; zumal einige der Interviews wohl auch erst nach der Auflösung geführt worden sein dürften unter dem Motto: „Versetz dich mal zurück, wie ging es dir da?“ Dennoch wirkt es hier schon ein wenig forciert: Der heißeste Kandidat ist zufällig der Prinz (wir haben ja ein, zwei Teilnehmer im Auge, die wir dem Prinzen jederzeit sehr gern vorziehen würden…).

Kennen wir uns…?!

Jedenfalls: Großes Tohuwabohu als er sich dann in einer ersten großen Kennenlern-Spiel-Runde als der Prinz „outen“ muss. Nun lässt sich bei manch einem Kandidaten bezweifeln, ob er denn so überrascht war, bei anderen, ob die diese Offenbarung wirklich so interessierte. Apropos Kandidaten: Die Mischung macht’s und die funktioniert hier erstmal ganz gut. Auch wenn wir natürlich durch den Fake-Einzug Kims und die anschließende Gentlemen’s Night nur wenig Interaktion zwischen den Jungs sehen. Einige kennen sich natürlich wieder, so auch der Prinz den geerdeten Kandidaten Arne.

Wie auch in der Staffel zuvor ist festzustellen, dass sich bei dem einen oder anderen schnell das Gefühl einstellt, der sei dort, um den eigenen Fame aus- oder erstmal aufzubauen; andere wie zum Beispiel Lukas, Ash oder Thomas wirken so, als sei es eine Mischung aus ersterem und dem Wunsch ne geile Zeit zu haben und falls dabei noch Gefühle ins Spiel kommen – super. Dann gibt es Manfred, der sofort völlig Feuer und Flamme für Kim ist, was uns sofort ein wenig nervte. Schauen wir mal?! Markus, Friseurmeister mit eigenem Salon, war sympathischer, aber auch zurückhaltender als wir dachten, die Rechnung soll’s jedoch prompt geben. 

Nicht gerechnet haben mag der Prinz damit, dass einer der Kandidaten, der Wiener Patrick, zügig meint: Danke, aber nein, danke. Geht’s hier etwa auch so los wie bei Princess Charming? Irina Schlauch musste sich dort anfangs kaum selbst entscheiden, da Kandidatinnen von der Produktion rausgeworfen wurden, sich verletzt haben oder freiwillig gegangen sind. Selbst wenn, auch das kann charmant unterhalten.

Wer weint? Wer sabbert? Wer faked?

Teils charmante Unterhaltungen führte der Prinz dann abends im Staccato mit den Jungs; andere waren eher angespannt, bei manch einer kam er kaum zu Wort (Jean-Cédric war schon sehr aufgeregt und ich möchte die Kuh-Boots bitte, danke) und wieder andere gaben uns das Gefühl, hier könne es noch locker woanders weitergehen. Also aus Sicht eines Suchenden aber vor allem aus der von uns Schauenden eine sehr gute Mischung.

Wir sind jedenfalls gespannt, wie es weiter geht: Wer weint zuerst? Wer fliegt, obwohl er echt fühlt? Wer bleibt, obwohl es nur um den eigenen Podcast geht (absolut und vollkommen eine konkrete Anspielung, totally pun intended)? Wer bekommt den ersten Kuss? Wer fummelt im Haus? Was sagt der Prinz dann dazu? Wer fällt besoffen in den Pool? Wie sind die Coming-Out-Geschichten? Wen werden wir mögen? 

Der Auftakt hat uns jedenfalls genau dort erreicht, wo wir erreicht werden wollten: Im Areal zuständig für Unterhaltung ohne uns blöde zu machen (sorry, aber wir haben kein Big-Brother-Interesse für dich). Eine Bitte geht aber dennoch an TVNOW (gerade nach der wirklich frustrierenden, langen, laaaaangen zweiten Are You The One?-Staffel, wenn auch mit tollen Ansagen Sophia Thomallas): Don’t fuck it up.

Die neun Folgen von Prince Charming plus eine Wiedersehensshow werden jeweils immer dienstags auf TVNOW veröffentlicht. Außerdem gibt’s einen offiziellen Podcast und wenn die Social-Media-Füchs*innen die Sendung auf Instagram auch nur ansatzweise so sassy begleiten wie die Princess Charming, ist der offizielle Instagram-Account ein Folgen wert.

Eure queer-reviewer

PS: Habt ihr Bock, dass wir uns Woche für Woche mit den Folgen befassen, oder immer mal eine kommentierte Zusammenfassung der Geschehnisse aus zwei bis drei Folgen? 

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