Cassy Carrington macht’s in Köln Kalk

Dass wir eine gewisse Affinität zu solidem Deutsch-Pop und Schlagern haben, dürfte nicht gänzlich neu, unbekannt oder verwunderlich sein. Einfach schon, weil, wer die nicht hat, ein schlechter Mensch sein muss – #isso. Zuletzt verknüpfen sich Schlager und Pop dazu auch noch immer enger, was zu teils recht wunderbaren Kreationen führt. Wenn das noch mit einem sexy geprägten Augenzwinkern daherkommt, umso besser. 

Poppige Ironie

So eine ironische Mischung mit eindeutigem Schwerpunkt auf die Pop-Elemente liefert die vielseitige Kölner Drag Queen Cassy Carrington mit ihrer dynamischen ersten Solo-Single (quasi einer Single-Single) „Bei mir“. Der Gedanke, sich diesem neuen Pfad zu öffnen, sei nicht zuletzt auch durch die Corona-Pandemie entstanden, wie Cassy auf Instagram schreibt:

„Ich wollte mich wieder auf meine Basis konzentrieren und die war immer die Musik. Ich brauchte einem Neuanfang in diesen Zeiten.“

Instagram: cassy_carrington
Cassy singt und tanzt sich ins Glück, ganz bei sich // © Cassy Carrington/Joseph Vicaire

Die Textidee zum Song „Bei mir“, in dem es darum geht, dass Cassy Carrington und ihr Loverboy (im Video gespielt von Big Brother 2020-Gewinner Cedric Beidinger) nicht etwa am Strand, in London, Paris oder auf einer Kreuzfahrt knutschen müssten, sondern auch gern „hinterm Parkplatz / gern auf ner Mülldeponie / Ob Köln Kalk oder Bochum“, kam Cassy bei einem längeren Aufenthalt in einer sehr trostlosen Klinik, in der sie sich danach sehnte, jemanden zu haben, der sie diese Umgebung vergessen ließe. Trostlosigkeit lässt uns der Song auf jeden Fall vergessen!

Sexy Verbündeter

Dass „Bei mir“, der in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Produzenten Stefan Rebelski entstanden ist, neben dem eingängigen Beat noch so wunderbar ironisch mit den gängigen Pop-Song-Klischees umzugehen weiß, ist dabei ein besonderes Gimmick. Wie auch die Beteiligung der „Straight Ally“ Cedric Beidinger (oder heißt es „Queer Ally“?!), der natürlich auch im Video irgendwann nicht so viel mehr Klamotten tragen muss, als auf seinem Instagram-Kanal

Das Ally-Eye-Candy Cedric Beidinger // © Cassy Carrington/Joseph Vicaire

Die Ironie setzt sich auch im Video (Regie: Joseph Vicaire) fort, das sexy Cassy Carrington lasziv vor besprühten Mauern, im Keller, in einer Umkleidekabine, im Schaufenster und Brunnen singen, tanzen und fummeln lässt. Und auch für ökologische Nachhaltigkeit steht: Spar dir die Kreuzfahrt, geh zur nächsten Supermarkt-Laderampe. Zwischendurch singt sie mit ihrer Band und zwinkert uns mal ganz direkt zu. Das Schlussbild ist recht exzellent. Schon schön so. 

Das Cover zu Bei mir – den Song findet ihr hier

Bei einem ersten Hören des definitiv ohrwurmtauglichen Tracks haben wir übrigens nicht „Köln Kalk oder Bochum“, sondern „Köln, Kalkar und Bochum“ verstanden, was nicht nur einer der geografisch westdeutschesten Songs ever gewesen wäre (und der Mauer einen besonderen Charme gegebenen hätte), sondern eine noch prächtig-absurdere Aneinanderreihung für Hinterhöfe, Müllplätze und Kelleroptionen zum Knutschen. 

Eure queer-reviewer

PS: Den Song findet ihr u. a. bei Apple Music, Spotify, Deezer und Co. – in Cassys Linktree gibt’s alle Quellen. Und natürlich in unserer QUEER SOUNDS-Spotify-Playlist.

Die Videopremiere findet heute um 18:00 Uhr statt, mit anschließendem Live-Chat mit Cassy Carrington!

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