Das letzte Aufgebot

Wer eine Meinung hat, sagt noch lange nicht die Wahrheit. Eine Schar von Wissenschaftlern schürt Ängste gegen das von der Bundesregierung geplante Selbstbestimmungsgesetz. Sie sprechen von „Transideologie“ und liefern dazu ihre eigene Ideologie, die aus der Biologie einen Biologismus macht.

Von Nora Eckert

Zur Erinnerung: Wer als Transmensch seinen Namen und seinen Geschlechtseintrag ändern will, damit die Lebenswirklichkeit sich auch in den persönlichen Dokumenten als Identität widerspiegelt, der muss dafür das sogenannte, seit 1981 bestehende Transsexuellengesetz (TSG) in Anspruch nehmen. Das ist teuer (ca. 2000 € für Gerichtskosten plus psychologische Gutachten) und zudem entwürdigend durch eine Zwangsbegutachtung, die trans* als dauerhaften Krankheitszustand diagnostiziert.

Die schlimmsten verfassungsrechtlichen Verstöße des TSG wurden durch ein halbes Dutzend höchstrichterlicher Urteile seither annulliert. Doch das diskriminierende Verfahren besteht weiter und soll nun endlich, so steht es im Koalitionsvertrag, durch ein Selbstbestimmungsgesetz ersetzt werden. Wie das inhaltlich genau aussieht, wissen wir noch nicht. Wenn der für das 3. Quartal vorgesehene Referentenentwurf vorliegt, werden wir schlauer sein.

Im Kern wird es darum wohl gehen, schon jungen Menschen – und unabhängig von medizinischen Indikationen! – wie natürlich allen übrigen Menschen, die sich als trans* erkannt haben, eine Namens- und Personenstandsänderung (Geschlechtseintrag) ohne Zwangsbegutachtung und ohne bürokratische Hürden durch Selbstauskunft zu ermöglichen. Ein solches Gesetz würde mit den Grundsätzen unserer Verfassung endlich auch im Fall von Transmenschen ernst machen. Für eine freiheitliche und offene Gesellschaft wäre das ein weiterer grundrechtlicher Meilenstein hin zu einer gelebten geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt, die niemanden bedroht und niemandem etwas wegnimmt, und es wäre ein entscheidender Schritt im Kampf gegen Diskriminierung.

Für eine kleine Schar von Wissenschaftlern (um sie in ihrem Sinne korrekt anzusprechen, lasse ich das sonst übliche Sternchen weg) ist das eine Freiheit, die sie in Alarmbereitschaft versetzt. Nebenbei bemerkt, in Deutschland hat die Angst vor der Freiheit wohl Tradition, wir lassen uns gerne führen. Für jene Schar ist die Vorstellung von geschlechtlicher Vielfalt ein rotes Tuch, der sie die geschlechtliche Binarität mit der Inbrunst eines „Gottseibeiuns“ entgegenhalten. So nachzulesen in einem von der Juristin Eva Engelken und weiteren Akademikern zusammengetragenes obskures „Dossier“, das sich gegen die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Sachen trans* wendet und zugleich als Stimmungsmache gegen das geplante Selbstbestimmungsgesetz zum Einsatz kommt.

Nun kenne ich als trans*Aktivistin wirklich niemanden, der anatomische Fakten leugnet. Ja, es gibt zwei unterscheidbare Arten von Genitalien und Keimdrüsen und von ihnen produzierte Keimzellen, die als weiblich und männlich bezeichnet werden. Ob die Anatomie unser Schicksal besiegelt, lässt sich mit einem eindeutigen Jein beantworten. Die Bezeichnung Frau und Mann sagt nämlich weder etwas über den tatsächlichen chromosomalen, hormonalen und morphologischen Ist-Zustand geschweige denn etwas über die Geschlechtsidentität noch über das Selbstverständnis, sondern lediglich, in welche Schublade die Hebamme sie einsortiert und die Umwelt sie sozialisiert hat. Entscheidend ist am Ende, was wir leben.

Wir Transmenschen haben davon eine sehr genaue, mitunter allzu schmerzliche Kenntnis. Wir wissen aber auch, dass die Biologie – gültig für alle Menschen – mehr kennt als Ei- und Samenzellen. Aber bis zum Gehirn reicht das Wissen jener so grußspurig auftretenden Riege nicht. Kein Wunder bei ihrer merkwürdig gebückten Körperhaltung, die offenbar nicht über die Gürtellinie hinauskommt, weil sie uns dauernd zwischen die Beine schauen. Deshalb leugnen sie auch beharrlich die Existenz der Geschlechtsidentität, die unter der Schädeldecke ihre Heimat hat, also außerhalb ihres Horizonts. Genau sie und nur sie ist es, an der wir unser trans*Sein erkennen.

Was antwortet ein Arzt wie Alexander Korte auf die Frage, ob Geschlechtsidentität angeboren sei? „Das ist abstrus. Die neurobiologische Forschung ist definitiv den Beleg schuldig, dass Geschlechtsidentität genetisch bedingt sein könnte.“ Nachzulesen ist das in der taz vom 2. Mai. Erstens: Wer behauptet, dass das genetisch bedingt sei, eine vom Körpergeschlecht abweichende Geschlechtsidentität zu besitzen? Geht da embryonal auch noch was anderes? Und zweitens: Warum soll ausgerechnet so etwas Wesentliches wie die Geschlechtlichkeit nicht auch zerebral verankert sein? Ja, die Biologie und Neurobiologie sollten da wirklich endlich in die Hufe kommen, um nicht nur das Wissen der embryonalen Entwicklung um den Aspekt trans* zu erweitern. 

Identität und Identität sind durchaus zweierlei, vor allem wenn es um das geht, was wir in Ermangelung eines möglicherweise präziseren Begriffs Geschlechtsidentität nennen im Vergleich zu dem, was die Entwicklungspsychologie als Identität bezeichnet – also Persönlichkeit, das Selbst oder was auch immer. Weil Korte das aber nicht auseinanderhalten kann, heißt es weiter: „Auch aus der Sicht der Entwicklungspsychologie ist es abwegig, davon auszugehen, dass Identität etwas ist, mit dem man zur Welt kommt. Aus meiner Sicht ist Identität stets das Resultat einer individuellen Bindungs- und Beziehungs- und auch Körpergeschichte.“ Womit klar ist, dass Korte keinen Schimmer hat von Geschlechtsidentität und deshalb mit dem, was er Identität nennt, in eine völlig falsche Richtung rauscht.

Den Begriff selbst kann er indes nicht leugnen, auch wenn er die Vorstellung des Angeboren-Seins für abstrus erklärt, aber irgendwo muss sie schließlich herkommen. Die Sozialisation als ihren möglichen Anker verwirft er selbst ein paar Antworten später, wo es heißt: „Ja, es gibt eine kleine Subgruppe von geschlechtsdysphorischen Jugendlichen, bei denen tatsächlich eine profunde und zeitlich überdauernde Geschlechtsidentitätstransposition im Sinne einer Transsexualität vorliegt.“ Das sei aber sehr schwer bis unmöglich zu identifizieren. Ganz abgesehen davon, dass die Vorstellung „echt“ transsexuell nun wirklich aus der Mottenkiste stammt. Mich würde das „profund“ interessieren. Woher kommt das und wie profund ist es? Und ebenfalls interessieren würde mich, warum der Begriff der Geschlechtsdysphorie just zu der Zeit kreiert wurde, als chirurgische Eingriffe bei trans* sozusagen in Serie gingen und ein wunderschönes Argument gegen moralische Bedenken einer „blutigen“ Transition lieferte. Aber das führt jetzt wirklich zu weit.

Vielleicht noch dies. Korte hält den Begriff Transidentität für „keine anerkannte medizinisch-wissenschaftliche Bezeichnung“. Das sollte er mal seinen Mitstreitern kundtun, denn in deren Dossier, das er mit unterstützt, tauche ich als „transidenter Mann“ auf. Ich habe herzhaft gelacht über dieses aus Bosheit geborene Eigentor. Man erkennt den Ungeist immer auch an seiner Sprache.

Auffallend oft lese ich in den publizistischen Attacken gegen trans*Aktivismus die Bemerkung, man habe ja nichts gegen Transmenschen und sie sollen bekommen, was sie brauchen. Aber weder brauchen wir solche Lippenbekenntnisse noch die dahinter nur schlecht kaschierten Borniertheiten, die trans* unentwegt in Verbindung bringen mit psychisch krank, identitätsgestört, kriminell, bemitleidenswert – siehe hierzu Kathleen Stock oder Alice Schwarzer. In ihrer Spiegel-Kolumne stellte Sybille Berg über das Schwarzer-Buch treffend fest: „argumentativ ist das Buch so schnell an die Wand zu klatschen, dass man keinen Shitstorm benötigen würde“. Recht hat sie und das gilt genauso für das fünfzigseitige Dossier mit angeblich lauter Verfehlungen und Falschinformationen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Gender-Fragen.

Zu der Mischpoche gehört auch ein Politologe namens Uwe Steinhoff. Er durfte in einem Interview für die Neue Zürcher Zeitung nachtreten (Ausgabe vom 4. Juni), um sogleich zu beteuern: „Ich habe nichts gegen Transmenschen, ich bin liberal. Aber ich muss nicht jedermanns Selbstwahrnehmung bestätigen. Das Menschenrecht auf Meinungs- und Gewissensfreiheit darf nicht zugunsten der psychischen Bedürfnisse einer Minderheit ausgehebelt werden. Ausserdem sprechen die Vertreter dieser Transgender-Ideologie keineswegs für die ganze Community.“ Nein, ich verlange von Herrn Steinhoff nichts, nur dass er mich und meinesgleichen verdammt noch mal in Ruhe lässt und nicht verunglimpft, weil seine psychischen Bedürfnisse mit der trans*Wirklichkeit kollidieren.

Nora Eckert // Foto: © privat

„Wer nicht zwischen Mann und Frau unterscheiden kann, tut sich auch schwer damit, zwischen Liberalismus und Rechtsextremismus zu unterscheiden.“ Einspruch, als trans*Aktivistin kann ich das sehr gut unterscheiden. Nur ist eben reaktionäres Denken keine Frage von politisch Links oder Rechts – das geht durch alle politischen Farben und Standorte. Wie offenbar auch Dummheit nicht parteigebunden ist und wir uns deshalb nicht wundern sollen, wenn unter den Gegnern auch etliche Grüne zu finden sind.

Mein Vorschlag: Bauen wir auf die Vielen in der Mehrheitsgesellschaft, die mit unserer trans*Wirklichkeit keine Probleme haben, sondern uns als das wahrnehmen, was wir leben und die uns als dazugehörig empfinden und uns das auch spüren lassen. Ob das meine ältere Nachbarin ist, die mich ganz selbstverständlich mit einem freundlichen „Guten Morgen, Frau Nachbarin“ begrüßt, oder ob das Onkel und Tante sind, die schon weit in den Achtzigern waren, als ich mich ihnen gegenüber outete, und die mich vom ersten Augenblick an als ihre Nichte ansprachen, als sei es das Selbstverständlichste der Welt. Ja, es sollte das Selbstverständlichste sein, Menschen als die Persönlichkeiten zu respektieren, die sie sind – auch und gerade in ihrer Geschlechtlichkeit. Denn die Norm ist nur eine Norm, aber ein Mensch ist einzig. Für das von Schwarzer, Engelken, Korte & Co. angeführte letzte Aufgebot sind wir dagegen kranke Menschen und eine Gefahr. Ein Glück, dass es Menschen gibt wie meine Nachbarin, meinen Onkel und meine Tante, meine Familie, dazu meine ehemaligen Kolleg*innen und die vielen Menschen aus meinem Alltag, für die allein Anstand im Umgang miteinander zählt.

Nora Eckert ist Publizistin und Ausführender Vorstand bei TransInterQueer e. V.

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Comments

  1. Ich denke ein Großteil der „Debatte“ krankt daran, dass eben nicht wirklich erstmal erklärt wird was ist (biologisches) Geschlecht, was ist Geschlechtsidentität, Rollenmodelle, Mann, Frau, männlich, weiblich …
    Allerdings scheint das Problem teilw. auf beiden Seiten zu existieren (auch im ÖRR) und dann fällt es der anderen Seite leicht darauf rumzuhacken.
    Wie denkt ihr über mMn valide Punkte der Kritiker wie Transfrauen im Frauensport, Frauenschutzräume, Quoten?
    Denkt ihr das Trans* mittlerweile inflationär verwendet wird und der Begriff schwammiger im allgemeinen Sprachgebrauch geworden ist?
    Sind alle Personen die sich Trans nennen auch wirklich Trans im Sinne von Dysphorisch? Wie ist der teilweise wirklich rapide Anstieg, Änderung in Geschlechtsverteilung usw. in der jüngeren Vergangenheit bei „Trans“personen zu erklären? Wie könnte man Fehlbehandlungen ausschließen so das Personen ihre Transition nicht bereuen?
    Welche Alternativen gibt es um „richtige“ Transpersonen z.b. via Gutachten von anderen Diagnosen abzugrenzen? Die Fragen haben ja soweit ich weiß den Hintergrund rauszufinden ob du wirklich dysphorisch bist und nicht sonstige Probleme mit Person und Aussehen hast, einfach nur gern Frauenklamotten trägst, … Sollte man wirklich einen rein affirmativen Ansatz fahren und Menschen ab 14 allein über Einnahme von Hormonen entscheiden lassen?

    1. Nora Eckert, die Autorin, antwortet hier im Folgenden auf die gestellten Fragen in Reihenfolge [d. Red.]:
      Diese Themen füllen eine inzwischen riesige Bibliothek. Ein Kommentar kann keine Einführung in Basics sein.
      Ich sehe die Probleme auf der anderen Seite und das sollte durch meine Antworten zum Ausdruck kommen – nachvollziehbar und logisch argumentierend bei aller polemischen Zuspitzung.
      Hier sind unterschiedliche Zusammenhänge zu diskutieren – die grundsätzliche Frage ist aber, ob ich eine Transfrau als Frau oder als Mann bezeichne.
      trans* sind alle Menschen, die eine vom Körpergeschlecht abweichende Geschlechtsidentität besitzen. An dieser Definition ist nichts schwammig.
      Dysphorie ist kein Kennzeichen für trans* – ich kenne nur ganz wenige Transmenschen mit einer Geschlechtsdysphorie.
      Trans* war immer schon eine Frage der Lebbarkeit und die Bedingungen, trans* zu leben, sind heute in verschiedenerlei Hinsicht günstiger. Im Übrigen fehlen einfach verläßliche und belastbare Zahlen.
      Detransition kann man nicht ausschließen, ist aber statistisch gesehen gering und liegt im Promille-Bereich. Fehlentscheidungen sind bei Eheschließungen um ein Vielfaches höher.
      Das können Menschen nur selbst wissen, ob sie trans* sind (Definition siehe oben).
      Ich wiederhole mich: Dysphorie ist kein Kennzeichen für trans*, sondern eine mögliche, aber nicht notwendige Begleiterscheinung.
      Medizinische Indikation entscheiden nicht Jugendliche, sondern Ärzt*innen und Therapeut*innen – ein Selbstbestimmungsgesetz regelt lediglich Vorname und Personenstand – nichts weiter.

  2. Danke für Ihre Antworten.
    Unbeantwortet Frage: „Wie denkt ihr über mMn valide Punkte der Kritiker wie Transfrauen im Frauensport, Frauenschutzräume, Quoten?“

    „Hier sind unterschiedliche Zusammenhänge zu diskutieren – die grundsätzliche Frage ist aber, ob ich eine Transfrau als Frau oder als Mann bezeichne.“

    Naja. So wie ich das immer höre ist das „Transfrauen sind Frauen“. Also Transfrauen möchten als Frauen gesehen werden da sie sich auch so sehen.

    „trans* sind alle Menschen, die eine vom Körpergeschlecht abweichende Geschlechtsidentität besitzen. An dieser Definition ist nichts schwammig.“

    An der trans* Definition selbst mag nichts schwammig sein. Der Verwendung davon schon. Mir wurde schon gesagt, dass jemand der mit seinem Geschlecht im reinen ist aber aber eine tiefere Stimme haben will Trans ist.

    „Trans* war immer schon eine Frage der Lebbarkeit und die Bedingungen, trans* zu leben, sind heute in verschiedenerlei Hinsicht günstiger. Im Übrigen fehlen einfach verläßliche und belastbare Zahlen.“

    Dem Stimme ich ein bisschen zu. War bei Homosexualität und Linkshändern auch nicht anders. Nur sind die Effekte (in %) bei trans* deutlich größer. Und Phänomene wie andere Alters und Geschlechtsverteilung kann man schon als mindestens auffällig bezeichnen. Mehr Zahlen sind immer schön. Fand letztens ein relativ aktuelles Review dazu (Volltext umsonst) was auch Ursachen diskutiert. Mehr Akzeptanz ist nur eine mögliche davon. „Rise of gender identity disorders among children and adolescents-data from 10 countries“ Server scheint aber gerade Probleme zu haben :/

    „Detransition kann man nicht ausschließen, ist aber statistisch gesehen gering und liegt im Promille-Bereich. Fehlentscheidungen sind bei Eheschließungen um ein Vielfaches höher.“

    Irgendwo richtig nur schneidet man potentiell bei Eheschließungen nicht physisch gesunde Organe ab. Falls (falls!) bei den steigenden Zahlen andere Effekte mit reinspielen und die Probanden nicht wirklich trans* sind wäre das schon fatal. Insbesondere wenn das trans* Gefühl sich auswächst. Bei Detransition spielt theoretisch auch eine gewisse Art von Bias eine Rolle. Wer gibt schon gern zu, dass seine dauerhaften Körperveränderungen ein Fehler waren.

    „Medizinische Indikation entscheiden nicht Jugendliche, sondern Ärzt*innen und Therapeut*innen – ein Selbstbestimmungsgesetz regelt lediglich Vorname und Personenstand – nichts weiter.“

    Da versteh ich den Entwurf von Herrn Lehmann anders: https://www.sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/2020/06/GE-Selbstbestimmungsgesetz.pdf s. Paragraf 3
    bzw. je nachdem wie man es versteht und firm in Jura ist (ich bin es nicht) u.a.
    „Das Kind muss dann mit dem operativen Eingriff warten, ist aber nicht an einer hormonellen Therapie gehindert“
    Zugegeben. Es ist ein Entwurf.

    1. Gern fügt Nora Eckert noch dies an:

      Thema Sport: Ich persönlich sehe da ein Problem, denn das physische Leistungsvermögen von Frauen und Männern bewegt sich im Sport in unterschiedlichen Parametern. Wie hier nun trans* zu bewerten ist, sollen bitte diejenigen entscheiden, die von Leistungssport Ahnung haben. Ich habe sie nicht und habe auch keinerlei Bezug zum Sport.

      Wie lebe ich trans*?: So einfach die Definition von trans*Sein ist, so individuell ist die Entscheidung, wie ich mein trans*Sein lebe. Da gibt es keine verbindlichen Regeln und keine Frage von echt oder nicht echt. Schauen wir doch einfach mal in die Runde und sehen, wie individuell das Frau- und Mannsein gelebt werden kann. Es gibt zwar Rollenstereotype, aber das sind eben Klischees. Alles andere ist individuell – jeder Mensch ist ein Unikat. Transmenschen sind auch Unikate.

      Ansonsten empfehlen wir natürlich die zahlreichen Beiträge von Nora Eckert auf unserer Seite, zu finden hier: https://thelittlequeerreview.de/tag/nora-eckert

      Viele Grüße, die queer-reviewer

  3. Ein Nachtrag: Zum Thema Detransition – bitte den Namen Eli Kappo googeln, da gibt es eine Menge Einträge (Texte und Videos) – und Eli ist absolut kompetent bei diesem Thema. Auch was Retransition betrifft – und inzwischen, wie ich mitbekommen habe, nimmt Eli wieder Testo – das Leben ist keine Einbahnstraße (für viele vielleicht doch, aber für andere wieder nicht).

  4. Thema Sport/Biologie:
    Dass du keinen Bezug zu Sport hast ist ok. Andere (Trans oder nicht) haben den und sind potentiell betroffen.
    Es geht immer um den Durchschnitt und da sind sich Experten und „normale“ Menschen schon einig, dass Männer idR schneller, stärker, … sind, anderen Körperbau haben. Warum gibt es Männer und Frauensport getrennt? Man könnte dann auch die Frage stellen warum gibt es Gewichtsklassen oder warum 20 nicht gegen 100 Jährige antreten.
    Männer oder Lesben sind zwecks Dating,Sex,Kinder im Durchschnitt eher an biologischen Frauen interessiert.

    Wenn die Trans-Szene solche Problembereiche anerkennen würde, würde sie sich weniger angreifbar machen.

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